Ja, erst mal Tach.
Gut, das wär das.
Dann folgendes: Kürzlich Mail von HK* –  trocken und ohne Zuckerguss. 
Ich zitiere: 
>>da will ich aber in der Nacht vom XXX auf XXX** einen epochemachenden Blogeintrag haben…. Bestandteile müssen sein:
   die Zahl “50”
   Mitte des Lebens
   Reflexion
   hohe E-Saite
   Werkstattbesuch
   genau in der Mitte
So – diese Phrasen MÜSSEN untergebracht werden.<<

So, aufgemerkt jetzt, Herrschaften, diesmal trag ich wirklich keine Schuld an der buckligen Themenauswahl – der Mist kam von außen.
Können wir so festhalten – ja?
Gut.
Weiter.
Also, ich soll schreiben, aber womit anfangen?
Vielleicht mit dem Anfang?

Die Zahl “50”, das ist mein neues Alter. Brutal? Bitchin’? Biblisch? Nein. Ich seh es mit Stolz. Jetzt kann ich endlich meckern wie ne echt alte Pfeife. Ihr kennt mich. 

Die Mitte des Lebens? Nee, oder? Will ich wirklich meinen Kindern, Enkeln, Betreuern ein nettes Familienfest zu meinem 100. Geburtstag verfurzen? Heute sag ich natürlich nein. Wer weiß, ob’s mit 100 nicht doch Riesenspaß macht…

Reflexionen zum 50sten sind scheiße, weil man nix sieht – dagegen gibt’s Sonnenbrillen. Zum 100sten – mal sehen, vielleicht reflektier ich dann was.

Hohe E-Saite? Hallo HK, was zum Teufel soll eine hohe E-Saite hier? Womit soll ich mich den noch befassen – ts, ts, ts. Ich bin Schriftsteller und nicht hohe E-Saite Spieler. Sonst würd ich nämlich grad die hohe E-Saite spielen und nicht Schriften stellen. 

Werkstattbesuch? Das wollte ich eigentlich schnell wieder vergessen. Weil – wieso macht meine Kiste grad an nem extrem fleißigen Donnerstag die Grätsche? Und wieso hat die Werkstatt grad an dem √€®∂åµµ†€~ Donnerstag ne ganz tolle Sommerreifenaktion. So toll, dass der Hof bis quer über die Straßenbahnschienen zugemüllt war. Hallo, ich hab ein Problem, nein ich will keine Sommerreifen, ich  h a b e  Sommerreifen und die sind sogar irgenwo bei euch begraben. Falls ihr die nicht auch gleich noch dieser schamlosen Meute da draußen ins Futter gerührt habt. Die sind ja so gierig, die sollten sich was schämen. Und lieber mal Platz machen für ein wahres Anliegen, eine echte Notlage. Ich bin nämlich Automobilist im besten Alter und immobil im Endstadium. Das ist ein Wahnsinn, das! Hört mir eigentlich jemand zu? Hallo, ist da jemand? Wahnsinn.

(Puh – wir haben’s gleich – einen noch, dann ist alles untergebracht…)
In Ermangelung ordentlicher Verwendung für dieses abschließende und nicht minder sinnentleerte “genau in die Mitte” würd ich am liebsten allen jetzt mal mit Anlauf “genau in…”.
Was ich aber natürlich nicht mache, ich alte Maulhure.
Bin ja in Wirklichkeit total devot in der Werkstatt rumgebuckelt.
Haobdsach des foine Wägle rennt wiedr, gell.
Alter macht milde.
Haben die alle ein Glück.
Ihr kennt mich.

(*Identität der Redaktion bekannt)
(**Daten der Redaktion bekannt)

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