Ja, ja, ja, Ostern – was soll ich denn stichhaltiges bloggen, wenn man dauernd mit Fressen vor der Nase rumgefuchtelt kriegt? Jetzt ebbt’s langsam ab, ich krieg wieder freie Sicht. Und zack, sitz ich auch schon wieder an der Tastatur – ihr kennt mich.

Aber so einfach abschließen lässt sich das auch wieder nicht. Grad eben zum Beispiel, da zieh ich noch ne Packung Schoko-Eier von Lindt & Sprüngli aus dem Altpapier. Ja, gehören die nicht in den Plastikmüll? Gelb-Grün, sympathisch, optimistisch und soll auch fast nicht dick machen – suggeriert jedenfalls das Polypropylurethanverpackungsgeschwür. Lecker. Geschmacksrichtung? Wo steht das – Moment, hab’s gleich, hier: Holunderblüte.  …. Häh? Holunderblüte? Haha, sehr witzig, los zeigt euch, ich weiß, dass ihr da seid! Versteckte Kamera, ganz alter Hut! Aber nee, keiner da. Ich les nochmal gaaanz laaangsam. Ja, verdammt, wortwörtlich: Holunderblüte. Haben wir das Zeugs nicht früher geraucht? Und sowas tun die jetzt echt in die Ostereier? Aliens, perverse! Schoko mit Schokogeschmack reicht wohl nimmer. Der Turmbau zu Babel, die letzten Tage von Pompeji. Schlimm das. Ich musst’s natürlich gleich probieren.

Boooa, Herrschaften, wie bäh ist das denn? Ganz bäh! Lieber rauchen. Aber hey, wozu gibt’s Marketing? Wer bäh kocht, muss mmh schreiben. Und wenn man die Textknoten auf der Tüte liest, also Hut ab, so wird’s gemacht. So ungefähr zumindest. Weil, die machen da auf ganz dicken Betäubungsmittelmissbrauch. Im Ernst – wie gut muss Sprache sein, dass sie solches still durchleidet? Ich zitiere:

Lindt & Sprüngli – Ostern im Elfental. Elfen sind zarte und zauberhafte Märchenwesen. Als Engel des Frühlings lieben sie den Glanz und den Duft der Blüten im Elfental. (So Scheiß hab ich immer in meinen Matheschulaufgaben geschrieben, wenn ich nicht mehr weiter wusste. Dann hab ich vom Schulrat sechs Wochen therapeutisches Paddeln in Neuseeland gekriegt. Da drunten gab’s Holunder bis zum Abwinken. Sehr geil da.) Mit Leidenschaft und Hingabe unterstützen sie die Blüten in ihrem Wachstum (das ist ein Code, ich spür das) und ihrer Entwicklung. Inspiriert von dem Zauber der Elfen haben die Maîtres Chocolatiers von Lindt (eher von der Venus) etwas ganz besonderes geeiert, tschuldigung kreiert: usw, usw, bla bla…”

Jedenfalls diese Holunderblüten in diesen Eiern, sowas tun doch nur Drogenkuriere, oder Aliens oder so. Aber was will man machen. Deshalb sag ich immer: Halb so wild – nichts, was 48 Stunden Bewusstlosigkeit nicht kurieren könnten.

Insgeheim mach ich mir aber schon Sorgen. Bald tun die Crack in die Eier. Und Geschmacksverstärker. Und Gen-Mais. Die Schokolade ist nur Ablenkung. Das ist wie in Akte-X. Sie bauen uns um. Ganz langsam. Keiner raucht mehr. Alle lutschen diese grünen Eier. Gibts auch in “Blütenhonig in Milch-Crème”. Dieser Zacken auf dem è, das ist ein Zeichen. Und dieser Gefechtskopf auf dem î von diesem Maîtres, so wie das Ding oben auf der Packung, wo diese geflügelte Kurierelfe grad diese Riesendrogenladung abliefert –

elfeneier2

genau hinsehen Herrschaften, das zeigt alles klar nach oben, ins All, aus unserem Sonnensystem raus, weit raus. Ich krieg schon noch raus, wo die herkommen.

Ich bin da dran. Ihr kennt mich.

Ich meld mich. 

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