February 2009


“Mit gutem Martketing kann man alles verkaufen”, “Qualität setzt sich durch”, “Die Masse ist blöd”, “Für das Beste gibt es immer einen Markt”, “Jeden Morgen steht ein Dummer auf, man muss ihn nur finden”, “Der Kunde ist nicht blöd”.  Ja, was denn jetzt?
Ich muss oft an meinen Freund Christian Überschall denken, und wie recht er hat. Ihm fiel schon vor Jahren eine seltsame Entwicklung auf – am Beispiel der Toblerone Schoh-kchoh-lahde (Chris ist aus Bern). Toblerone kennt jeder? Die Vollmilchpanzersperren? Na also. Nun ist ja gemeinhin bekannt, dass man sich beim Genuss dieses Leck-cher-lihs nicht nur die Zähne raus- sondern auch den Gaumenknochen durchbricht. Toblerone rang sich nach nur wenigen Jahrzehnten durch und ging das Thema konsequent offensiv an – allerdings nicht in der Product-Development Abteilung, sondern dort, wo das Marketing regiert. Man entschied sich für einen Aufkleber vorne Mitte: “Jetzt noch leichter zu knacken!” Toblerone gibt es immer noch.

Ähnlich verfährt ein Käse, den ich gern esse – Grünländer. Früher waren die Scheiben fein aufgeschnitten, fanden aber keine Erwähnung. Dann kam wohl jemand drauf, dass: Je weniger man rumschnippeln muss, umso weniger Handlingkosten hat man. Heute grenzt die Portionierung schon an Doppelrahmdachplatten. Jetzt ist ein Button drauf “Feine Scheiben”. Ich ess ihn immer noch.
Heute brandaktuell, deshalb schreib ich: Die selbe alte dämliche Tube Remoulade von Thomy. Jetzt ist plötzlich ein großer roter Steifen drauf: “Garniertube”. Ich garnier aber gar nicht.
Was mich bewegt diese Entblößung zu wagen, das sind die Gegenbeispiele, die guten Nachrichten, die Beweise für “Qualität setzt sich durch”, “Für das Beste gibt es immer einen Markt”, “Der Kunde ist nicht blöd” -Thesen.
Stellvertretend Andy McKee – “Drifting”.

http://www.youtube.com/watch?v=Ddn4MGaS3N4&feature=related
Wer es läääängst kennt, kann mich meinetwegen ausbuhen. Wer es aber nicht kennt, der soll sich daran freuen. Denn hier ist nicht nur ein herausragender Spieler mit einer herausragenden Technik am Start, sondern ein herausragender Musiker mit einem herausragenden Song. Der kühne Bogen zum Thema dieses Beitrags steht aber rechts unterhalb des Video-Fensters.
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Also doch: Qualität setzt sich durch.
Irgendwie beruhigend, oder?
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wisst Ihr wer noch Time hat? Peter Fox. Mann, was groovt der Bruder. Und die Texte sind sogar sinnstiftend. Verschleppt, lässig, spät, seeehr cool!  Sag mal einer der gemeine Deutsche an sich kann nur auf 1 und 3…

okay jetzt, Herrschaften, das kanns ja wohl nicht sein. Es befindet sich nach meinem  gesicherten Kenntnisstand noch immer keine „John Mayer-where the light is – Live in Los Angeles“-DVD in jedem deutschen Haushalt… Aufgemerkt, der hat jetzt sogar nen Grammy auf das Ding gekriegt. So, und wie oft soll ich jetzt noch die Fahne schwenken? Das reicht doch wohl. Und falls nicht: Es gibt einen unplugged Set – der wär schon jeden Cent wert. Dann, sehr geil, ein Trio-Set, wo die Brüder richtig in scharfen silbergrauen Glänzanzügen stecken – so “Qualitätsleberwurst aus Thüringen”-mäßig. Großes Tennis! Und just wenn man denkt, mehr geht nicht, dann rollt der ein Band-Set an den Start, aber vom Feinsten. Mit Background Vocals, Zwei-Mann Gebläse, zweitem Zweitgitarristen. Wau, sag ich nur! Also, raus jetzt und kommt mir ja nicht mit leeren Händen zurück! 

Ach und während ich diese zaghaften Zeilen tippe, brenn ich mir grad den Freitag frei mit Joss Stone “Mind Body & Soul Sessions”. Und dabei fällt mir wieder ein: Wisst ihr, was das Geheimnis von Time ist, wisst ihrs? Sie weiß es: Es ist der Beat. Und zwar der Downbeat. Aber – es geht zwar darum, den Downbeat zu kennen, aber verdammt nochmal nicht auf ihn draufzuhauen! Bassisten aufgepasst: Das gilt jetzt für Solisten, okay? Nochmal: Kennen, aber nicht draufhauen, bloß nicht draufspielen, auf keinen Fall draufsingen, okay? Lieber ein bisschen verschleppen, ein bisschen zu spät. So lässig, hört ihr? Als wärs nicht so wichtig, als hätt mans beinahe vergessen. Daaaas ist cooooles Time. Na, mal sehen, wer sich an das morgen noch erinnert. Man kann ja reden was man will. Es ist zum Heulen.

 Ach und was mich ja total nervt, ist, dass ich immer was Sinnstiftendes schreiben möchte. Was mit Gehalt. Also im Sinne von Inhalt – ich krieg ja nix für den Quatsch. Echt, es gibt Leute, die schreiben über ihren Kühlschrank. Ich glaub, die geben dem sogar einen Namen und verdienen sich blöd damit. Ob ich meinen Amp taufen soll? Oder mein Auto? Aber Auto ist politisch sehr subkorrekt. Kühlschrank auch irgendwie. Amp demnach dito. Kann man überhaupt über irgendwas schreiben, was Energie verbraucht? Verbrauchen wir nicht auch Energie? Ich hab grad ‘n Salamibrötchen… da fall ich ja gewissermaßen auch drunter. Wie bitte, Frauen? Vergiss es. Meine Tochter hat sich grad 90 Minuten auf Stufe 2 die Haare gefönt. Mindestens 2,25 Kilowattstunden. Und damit sind die früher zum Mond geflogen. Oder rechne ich falsch? Was solls. Ich geh jetzt meine Karre ausbuddeln – verd*** Dreck verd***, so ein Sch*** aber auch da draußen. Carport. Vergiss es, es schneit waagerecht. Vielleicht kommt der Schnee auch schon von unten. Es ist der Wahnsinn. Vor ein paar Jahren noch, da gabs um die Zeit keinen einzigen Platz im Biergarten mehr. Das Wetter spielt echt verrückt. 

I’d like to follow up on a thread that refers to my cable test I posted Jan. 14th.

First of all thank you for considering my thoughts and opinions. As long as I’ve played guitar, as long as I’ve stuck my nosy nose into gear trying to improve and to compose it, sooner or later I’ve been confronted with rules. For one part rules that came from technicians and were therefore welcome. And for the other part rules that came from theory-jockeys too afraid to actually start testing in real-life. No matter where those rules came from though they all sounded pretty much the same:
“it can’t be because it can’t be” or better yet “it can’t be because its proven that it can’t be”.

The bottom line of my observations is that everything in the process of making music is prone to a breaking-, burning-, scratching- beating-in process. Guitars get better, picks get better, mics get better, fresh out of the box tubes get better, headphones get better, amps get better, speaker cabs get better, cables get better the more they are played and – this goes for all hardware – AS LONG AS THEY ARE TREATED RIGHT. And I just happen to observe these things. I observe and wonder why this is – rather than claiming that I have proof and come up with a rule.

Yes, I mark all my cables to not confuse the direction they are being played in. Yes, I would not leave the house without my trusted 18 foot beater with the two silent plugs that everybody and his grandmother shakes his head at in sorry disbelief. But guess what – mixing one regular and one silent plug seemed to cause phasing and it seemed to be messing with the overall playability. Which in the end may be the key to this whole discussion: PLAYABILITY. Sound is only one half of the game, playability is the other half.

How does a piece of gear behave to my playing, how does it respond? How do the transformers breathe to an impulse, how quick are the speakers, how much compression comes from the cable?

I am practical about it. How does a piece of gear line up in the signal chain? How would one single element changed throw off the balance? How can I avoid phase-problems?
What wine goes with the fish? Frankly, I don’t care about the rules – if it tastes good, hellyeah, fill it up.

Since cables transport analog signals that are specifically exposed to taste I’d recommend giving it some extra attention. After all it is a very fragile suspension bridge between thousands of dollars worth of guitar hardware and thousands of dollars worth of fx, amp and speaker hardware. And a hell of a lot of data trampling across it every single day.

Again – thank you for considering my thoughts and onions.  ;O)

Heck – looking at it – just a mere ‘p’ and a mere ‘i’ and a little bit of attention may have saved my credibility from going down the drains.

Thats how small a difference can really make a big difference.

 

 

 

 

 

 

Humor ist ja so ne Sache. Und ich weiß wovon ich rede. 
Ich hab da nen langen steinigen Weg hinter – und, wie man mir ausrichtet, auch noch vor mir. 
Bewusst an die Oberfläche hats das Thema ’84 gespült, im Guitar Player Magazin, im Herbst. Da stand ein Artikel über “Nigel Tufnel with Spinal Tap”.
Ich: Diese Vollidioten, wie die schon aussehen, diese Trottel!

Damals, muss man wissen, war ich noch ganz auf Jazz-Fusion, Cleanliness, Ordnung und kleine depperte Pentatonikmelodiechen. Das war mein Ding. 
Und dann plötzlich Spinal Tap und Nigel Tufnel in MEINEM Guitar Player, der sonst ja Home of the Brave: John McLaughlin, Jaco Pastorius, Pat Metheny…. Hallo? John McLaughlin, THE Mähn! Da kann man doch eigentlich die nächsten drei Frontcovers nur in ünimattgrau bringen aus lauter mehr geht nicht, oder? Aber was machen diese Papptüten? Und dann gings ja schon los. Dieses Interview, Herrschaften, das Grauen! Will nur eine Stelle zitieren: 

>>>

If you were playing in a song going from Dm7 to a G7 and then to a C chord, what would you do? 

Give me that again. 

A Dm7 … 

Is that the same as a D7? That one doesn’t sound familiar. That’s with a little “m”, right? I guess I’d get out a chord book. 

Do you read music? 

Well, I read a little bit, yeah. I can read a C, an F and a G. 

You mean the chord symbols? 

No, the notes. The chord symbols of course I can read them all. I don’t know all the chords, but I can read all the symbols. But I used to not understand why they put, like, high numbers next to the chord, like C13. Finally I figured out that that means you play it 13 times. I didn’t know that before. Its like a repeat. 

Are a lot of your songs based on that idea? 

Some of them are, yeah. Quite a few.

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Jetzt, wenn du nicht weißt, dass das witzig sein soll, total witzig, weißt du wie lustig das ist?
Gar nicht! Weil du denkst, jetzt sind alle blöde, nur du nicht. Dabei ist es ja grad anders r.., aber egal. Ne schlimme Zeit war das. Hat mich geschlagene sechs Monate gedauert bis ich kapiert hab, dass das total witzig gemeint war – derweil ich weiter mein Ding und diese kleinen depperten Pentatonikmelodiechen geübt hab und mich gefragt, ob…

Schau sie an, wie wenn die’s gerochen hätten: Züricher Tagesanzeiger – und das ist ja mal n ernstes Blatt! – vom 4. Februar 2009, also gestern: “Kein Scherz: Spinal Tap nimmt neue Songs auf”.
http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/pop-und-jazz/Kein-Scherz-Spinal-Tap-nimmt-neue-Songs-auf/story/14484298

Jetzt sagt schon, toll, oder? Was ist der Abi aktuell und am Puls der …

Moment – das Telefon,… vielleicht John?         Jaco ja eher nicht.      Oder Pat?


“Äh, ja, Mutter, natürlich…”     – Mist, muss aufhören – ich meld mich wieder –     “Ja, nein Mutter, würd ich nie, ich hab nur…”

 


 

 

 

 

 

Jetzt krieg ich grad ne DVD mit Jeff Beck live und noch ein brandneues Konzert von ZZ Top. Dann hab ich Yanni “Tribute” wiederentdeckt. Edelschmalz, Doppelrahmstufe. Obendrein hab ich mir einen neuen Kopfhörer geleistet mit abartiger Ortung und Definition und alles klingt auf einmal wie Menü 6, “Himmlischer Frieden” – Hunn (steht da echt) süß-sauer* (3/5).
Jaaa, meeehr!
Sollt ich vielleicht nicht zugeben, aber endlich dämmerts mir mal wieder, dass Musik doch mehr ist als ein Job. Dass es mehr ist als ein Probenplan, ein Haufen Generve, Tracksheets und Bounces. Ne, Herrschaften, ganz aktuell: wenn Musik gut ist und auch so klingt, dann ist das Urlaub für die Seele. Und da bin ich grad. 

Der aktuelle Verbrauchertipp: Macht halblang mit der Hintergrundbeschallung – beim U-Bahn Jagen, beim Einkaufen, beim E-Mailen. Gebts euch auf die Zwölf: Klappe, Licht dimmen, bequemer Fauteuil, Füße hoch und – Zeeeeeiiiiiit.

*3: mit E-361 Mononatriumglutamat / 5: mit Farbstoff

Hey, jetzt sagt schon: wie bin ich? Klasse, oder? Am 18. Januar die Ankündigung, dass es zeitnah um Karl Marx, John Mayer, Backformen, Pommes, mp3s und Cremetorten gehen wird, und was sag ich – peng – alles erledigt. Am 26. Januar war die Kuh vom Eis. Wau, möcht ich mal sagen! Volle Punktzahl!
Klar, da liegt noch was auf Wiedervorlage: die Tochter des Königs, mausetot erfolgreich im
Rock ‘n Roll. Aber das sind Peanuts. Das streifen wir demnächst, da merkt Ihr gar nix von.

Und ich hab ja noch viel dickere Dinger auf dem Herd: Martin und die bestsellerschreibende Supermarktkassiererin, Humor, Ignorant Putz und Spinal Tap. Was eine explosive Mischung, was ein Themenfeuerwerk, Breitseite auf die Hirnlappen, Dauerfeuer auf die Lachmuskeln.
Vor diesem Hintergrund, Herrschaften, was ist da schon eine Woche ohne neues Posting?
Nur eine Frage der Sichtweise: Das sind tatsächlich ja volle 7 Tage Beitragsfreiheit.
Beitragsfrei! Gecheckt? Das ist positiv! Frohsinn, Herrschaften, okay?
Haben wir uns verstanden?

So, das war das.