January 2009


John, should you ever read this – which you will all too likely never do – John, I adore your playing, I admire your writing, I treasure your blogging!
But pohleeze get the f*** out of the kitchen.
Thanx.

Your biggest fan.

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Ich les ja manchmal auch bei anderen Blogs so blöd rum und find John Mayers Sachen sehr lesenswert.
http://johnmayer.com/blog 
Aber Herrschaften – unter uns – schwänzt der die Therapie? Hat der nicht mehr alle Kirschen auf der Torte?

Am 10. 11 noch alles ok, unter “Hi!!” – da gibt er Hinweis auf ein neues Album, an dem er arbeitet und reflektiert gleich noch, wie das dann wohl angenommen werden wird, oder auch nicht, aber er hofft ja schon, und soweit eigentlich alles dufte. 

Ab 11. 11. (ein Zeichen?) geht die Polonaise dann schon ‘n bissi seitwärts. Mit “Change We Can Taste”. Da gibt es ein Foto von einem politischen Kuchen. Nein, ich hab mich nicht verschrieben – ich habe “Kuchen” geschrieben und “politisch”. 

Am 27.11. flegelt er unflätig über Nachbars Motorhaube, was mich irgendwie versöhnt. Auch schreibt er sehr witzig und groovt sich schon mal auf die “Happy Holidays” ein. Aber tschuldigung, äh Ferien, Ende November? Kein Wunder, dass die Brüder so scheiße Autos bauen. 

Am 29.11. gibt es “Interfaith Baking, Issue 1” – es geht um diverse Kuchen seiner Fans in Vierfarb-Hochglanz. Ok, kann er machen, ist ja sein Blog.

Am 09.12. dann erneut Fotos von Kuchen unter “Interfaith Baking, Issue 2”. Haufen so Cremezeugs in Fisher-Price Farben. Bäh. Amis halt.  Dazwischen ne fette Rolex Daytona Torte (hat was) und dann ein paar Buttercreme-Strats. Ok, lass ma gelten. 

Übrigens – den vielen Frauen, die meinen Blog atemlos verfolgen, sei angemerkt: Wer ist John Mayer? Hallo – das ist der alte und neue Squeeze von Jennifer Aniston. Na, zündets jetzt endlich? Wird aber auch Zeit.

Nochmal am 09.12. dann “Livebaking. (1)”- es dreht sich um… hallo, wer weiß es? – ja? – da möcht ich aber jetzt mehr Finger sehen – na? – genau, es dreht sich ums – Backen! Gereicht wird der grenzpornografische Close-Up einer Backform. Dazu im Bild drunter das gesamte nordamerikanische Chemiewaffenbouquet: M&M grün, Baker’s Coconut, Whipped-Fluffy White, Whipped-Chocolate, M&M orange, Bake Easy, Super Moist, M&M rot, Betty Crocker Neon, und um die Drohung komplett zu machen, ein Duett Spritztüten.

Wie schreibt man dieses Drama jetzt ins Positive? Keine Ahnung. Aber wenn Ihr mich fragt – ich glaube, das soll alles so ins Michelangeloesque, so ins “Der Meister am Werk mit Werkstoff und Werkzeug” spielen. Läuft aber bei mir nicht, weil ich weiß, dass er damit bloß wieder backe-backe-Kuchen macht. Bin ja nicht blöde. Ha, weil, beim zweiten Bild, da dreht es sich um einen Kuchen (der für mein Dafürhalten einer Dornwarze wie aus dem Gesicht gerissen ist).

Wieder am 09.12. dann – tadaaa, Überraschung! “Livebaking. (2)”.
Die Fotos in order of their apperance:
1. Weißer Schlonz ergießt sich in Backform.
2. Rolex “Submariner” (er schreibt aber “Sumbariner”) der peruanischen Air Force. Haben die schon Uhren? Okay, war blöd. Gleichzeitig meine ich aber seine Stimme unter dem Foto zu hören, sowas wie “ätsch, haste nich”….
3. Weißer Schlonz in Backform erstarrt.

Gleich drauf schon wieder ein Posting, ebenfalls am 09.12. (hat der Typ keine Arbeit?) Gezeigt werden wieder Bilder und derer zwo. Zuerst eine wehrlose Backform mit sowas drin, das echt aussieht wie von der Kuh ganz hinten. Und dann wieder die Dornwarzenbackform. Gut, man kann die Spannung halt nicht ewig halten.

Ein weiteres Posting am 09.12. – Never change a running system, sagen die Amis, und haste nich gesehn, ist der schon wieder am backen. Allmählich seh ich auch nur noch Backen – Dumpfbacken, P*backen, A***hbacken. Ist doch wahr!

Am 10.12. kriegt die Warze dann erst ‘n Schlach Zuckerguss und dann ordentlich Kokosraspeln – sieht übel aus – wie geschlonzt und gefedert.

Im weiteren Verlaufe des 10.12. gibt es über die wehrlose Kreatur dann noch ne ordentlich knallebunte Blubber-Glibber-Smarties-Deko.

Ab da zeigen die 0,75 Liter Bachblüten Notfalltropfen endlich Wirkung und ich beginne das Werk  zu betrachten ooohhmmmm im Gleichmut eines verblichenen Zenmeisters, um nicht zu sagen – zu mögen. Ja, sind Backen nicht schön? Äh, kervehrt, ist schön, wollt ich meinen. Oder war’s randersum? Bööö, das Zeug fegt. 

Am nächsten Tag dann ist der Spuk vorbei, kein Beitrag, kein Bake und kein Cake. Uff.

Und am 12.12., Entwarnung, gibt es eine grandiose Laudatio auf Don Rickles. Kenn ich zwar nicht, ist aber irgendwie nett und hat auch offensichtlich was auf der Backe. Jedenfalls, was John schreibt, klingt sehr interessant, witzig und plausibel.
Da komm ich auch noch hin, ihr werdet schon sehen! 

Alles ist gut.

Aaaaber am 17.12. dann wieder, au Backe, gibt es “Interfaith Baking, Issue 3”.

Mein Apotheker meint, ich krieg Bachblüten nur noch als 25 ml Tropfen, er traut mir nicht. Ich versteh ihn. Ich beschließe, das Experiment abzubrechen. Zu riskant. Weiß der Deibel, ob Long John Baker nicht doch noch munter bis ins neue Jahr reinbäckert und ich häng mit meinem Blog total im luft- und sinnleeren Raum. Nicht auszudenken! Ich bin meinen Lesern schließlich verpflichtet! Die wissen, was sie von mir erwarten können: nämlich Fakten, Fakten, Fakten und dass ich immer an sie denke! 

Es gab ja diese irren Straßen-Befragungen, früher in den USA, bei Jay Leno zum Beipiel. So Sachen wie: Wo ist der Pazifik? Antwort: In China. Wuuhaaa. Was haben wir uns beömmelt vor Lachen – die doofen Amis, die Doofen! Jetzt bleibt einem aber das Lachen im Hals stecken. Weil jetzt kommen die Antworten aus unserer Mitte. Elton, Raab, Freakman – wurscht, wer dem Volk grad das Mikro in die Mandeln rammt. Der Outcome ist zunehmend unterirdischer.
Bei einer dieser Raterunden blieb mir mal richtig das Hirn stehen: Wie sehen Kartoffeln aus? So länglich und gelb und so irgendwie viereckig. Und wo kommen die her? Vom McDonald’s. Klar, das ist legendär geworden und wurde noch öfter wiederholt. Aber steckt da was dahinter?

Karl Marx hatte schon Recht. “Der Inhalt des gesellschaftlichen Bewusstseins wird durch die ökonomischen Verhältnisse bestimmt.” Und da muss ich noch nicht mal die Theorie der Entfremdung bemühen. Mit dem “Bewusstsein” hab ich schon einen Hebel zur Hand.
Nein, definitiv, wir haben kein Bewusstsein für Kartoffeln, für das Gold der Erde. Wir sind uns nicht bewusst, wie die auf den Acker kommen, in den Boden, dort treiben, blühen, reifen. Wie sie im Boden liegen, bis sie ausgegraben werden, gesammelt, gewaschen, gezählt, gewogen, sortiert, abgefüllt, verschickt, wieder ausgepackt, geschält, geschnitten, vorgekocht, eingefroren und wieder verpackt, verschickt, ausgepackt, frittiert, verkauft und verzehrt werden.
Eine Kartoffel ist ein Pommes und Pommes sind immer da. Die gibts irgendwie so, also eigentlich immer dazu. Und die kosten eigentlich auch nix, weil die sind dabei beim Essen und so.

Wieder Fußgängerzone 
F: Die mp3s – wo kommen die eigentlich her?
A: Vom Internet.
F: Und wie werden die gemacht?
A: bssss…weißes Raussschen…bssss…
F: Keine Idee?
A: bssss…weißes Raussschen…bssss…
F: Was sind denn mp3s?
A: bssss…weißes Raussschen…bssss…
F: Vielleicht Musik?
A: Ah, ja ey Mann, klar die sind Musik, Mann.
F: Na also – und wie werden die gemacht, die mp3s?
A: So mit Computer und so.
“bssss…weißes Raussschen…bssss…” kann auch was Schönes sein…

Die Wahrheit: Das mp3 ist das Pommes der Pop-Kultur.

Immer da, immer zu viel, alles stinkt danach. Man nimmt large, obwohl man schon auf small keinen Bock hat. Aber das Menü ist günstiger mit und bei large spart man nochmal. Ich will den Song für 99 Cent, aber das ganze Album hat 15 Tracks und kostet nur 9 Euro 90. Da spart man. Wenn man’s überhaupt ordentlich kauft. Dann knallt man das Zeug quer über den Globus per Mail, rauf auf den Server, runter vom Server, per Bluetooth, zuhause, auf dem Schulhof, beim Job – zu Leuten, die auch keinen Hunger haben. Aber ein paar Pommes gehen immer. Ey cool, klar, her damit. Weil nix essen ist ja auch blöd, vielleicht kriegt man ja irgendwann Hunger oder so. Und dann das schlechte Gewissen. Völlegefühl – Schuldgefühl. Zivilisationsleiden. Ich hab schon 800 Titel auf meinem Handy, aber erst ein Viertel gehört. Hey, ich hab 16 Gigabyte auf dem Rechner. Rülps.

Wie gelb ist Musik mittlerweile und wie lang und viereckig?
Und gab es sie schon vor dem mp3?
Fragen über Fragen…
…müss ma echt ma nachdenken drüber…

bssss…weißes Raussschen…bssss…

Ich meld mich dann.

jetzt ist mir das schon wieder passiert. Erinnert Ihr Euch, wie ich damals bewegt war von dem Klinsmann und der Stimmung, um nicht zu sagen, von dem “neuen Geist” der deutschen Mannschaft? Genau so bin ich jetzt schon wieder reingefahren, ich dämliches Rührstück. Gestern Abend auf CNN. Am Tag zuvor, am Montag, da hatte mich noch ein anderer Mann mit O bewegt. Rene Obermann von der Telekom, und wie ich dem gern das Fahrrad verbiegen würde in einer mondlosen Nacht und wieviel Menschen der mit seinem Älalätsch-Kleingedruckten und seinem “Erleben, was verbindet” schon eingeseift hat.

Und zzzzipp – nur einen Tag später sitz ich vor der Glotze und glotze und staune und hab bald so ein Knödel im Hals, weil da einer redet wie es richtig ist und gut und notwendig. Dann wieder kurz umgezappt auf’s ZDF, ich Depp, und schon rumpelstilzt Frau Merkel durchs Bild und schimpft auf den Westerwelle und der gleich drauf wieder auf die Grünen und ich denk, dass ich das doch gar nicht will. Warum zum Teufel erzählt man mir das den ganzen Tag, jeden Tag – untermalt von Mollkadenzen über Negativwachstum, Rezession, Abschwung, Krise. Brauch ich das? Hab ich was davon? German Angst – je mehr Airbags und ABS und ESP, umsomehr sch***en wir uns in die Hosen.

Hallo, hier liegt Arbeit, der Tag hat nur 24 Stunden und sparen kann ich nur am Schlaf. Und das alles fällt um wie ein Stapel leere Pizzakartons, wenn ich nicht Zuversicht und Energie und – ‘tschuldigung – Glauben hab. Glauben, dass man alles schaffen kann, wenn man sich mal kurz an den Händen packt – als Familie, als Firma, als Nation. Und bitte ohne dass gekichert wird, weil es vielleicht schmalzig ist und ‘n bissi peinlich und irgendwie komisch. Gestern gings ja auch auf CNN. Und essen tun wir eh amerikanisch und unsere Rechner sinds auch und das Internet haben die Brüder eh komplett im Sack. Also, dann will ich aber auch den Rest des Kuchens – die Fähigkeit, nach so einer finsteren Phase sagen zu können “Schluss jetzt, es reicht. Wir ändern das.”

Grad frisch auf n-tv: “Tiefe Rezession”. Brauch ich wie ein Loch im Kopf! Ich hab mir nochmal die Rede von Obama durchgelesen. Großes Damentennis, Herrschaften. Muss man nochmal lesen – unbedingt. Das mit Gott und Nation und so, das können wir gerne etwas rauszoomen, das machts uns dann leichter. Wir stehen nicht so auf die ganz dicke Vanillecreme. Aber der Rest, der hat richtig Bumms. Der Knödel im Hals sagt mir “Es würgt schon!” Und ich hab mir vorgenommen: Immer wenn ich blöd draufkomm und wieder so mit dem Finger “Bähbäh-die-anderen” mach, dann schau ich da rein und schweb ein bisschen auf dem Pathos mit und dem Fahnenmeer und der Stimmung und sag zu mir – Abi, halts Maul und tu was! “Recht hast Du, Abi” sag ich dann, “Recht hast Du. Ich halt jetzt das Maul und tu was.”
Ganz einfach.

So, das wollte einfach raus.

Woran wir noch arbeiten?

Ich stelle gerade Pommes, Karl Marx und mp3s in eine Reihe. Schwiiierig…

Dann gibts Neues von der Tochter des Königs.

Dann wird an gleicher Stelle berichtet werden von John Mayer, grenzpornografischen Backformen und politischen Cremetorten. (Zu Risiken und Nebelwirkungen lesen Sie sie Backungsbeilage und tragen Sie Ihren Arzt zum Apotheker)

Es gibt Gedanken zur Erkenntnis, dass nichts so erfolgreich ist im Rock ‘n Roll wie mausetot zu sein. Das spielt allerdings schon etwas ins Vorösterliche, da hab ich also noch Zeit.

Drängender erscheint mir die Frage, wie es dem Raum-Zeit-Kontinuum gelungen ist, mir Ende Dezember bereits die Feb 2009 Ausgabe vom Guitar Player Magazine übers Weltmeer zu beamen. Möglicherweise steckt die gleiche finstere Macht dahinter, die mitten im Januar notbesohlte Duschhauben in die Schuhhäuser zaubert, während ich mit angefrorenen Zehen durch die Kaufingerstraße pirsche auf der Jagd nach reduziertem Winterschuhwerk. Alles Aliens. Aliens getarnt als dralle Mittfünfzigerin in Angorarollkragenpulli. Und ich meine, sogar ihre Stimmen in meinem Kopf zu vernehmen. Sie senden Nachrichten. Schnippische. Es klingt wie: “Mei, Sie, des is jetzt fei schon die Sommerware. Für Winterschuh sinds jetzt a bissl spät dran, Sie.” Das war Mittwoch, da hatte es gefühlte minus fuffzig Miese. Das sind keine Menschen, glaubt mir!

Und die sind überall. Die sind auch dafür verantwortlich, dass du dir nimmer einfach die Brille putzen kannst mit einem Stück Klopapier. Da tun die jetzt profäkalisch nen Schlag Aloe Vera drauf mit Pfefferminzkamillverwöhnaroma. Die wollen ja, dass du dir damit die Brille putzt. Einmal übers Glas und zack, fertig ist der Nebel des Grauens. Die wollen ja, dass man den Durchblick verliert. Das ist der Plan. Sowas machen keine Menschen, versteht ihr? Ja? Nee?

Mann, ich glaub, ich muss hier echt bei Null anfangen….

Warum macht der Fatzke eigentlich keinen Newsletter? Nicht dass einer den Quatsch lesen möchte, nö, aber man möchte ja schon gern wissen, was man auf keinen Fall lesen würde.

Also, ich habe noch keinen Newsletter bzw. keine Beitragsbenachrichtigung (Deutsch ist schon geiler, gell), weil ich nicht die Daten von Newsletterbestellern kompromittieren möchte. Viele Beitragsbenachrichtigungzustellungsdienste gehen mit den persönlichen Daten ihrer Besteller nämlich – vorsichtig gesagt – möglicherweise ein klein wenig unseriös um.

Aber wir arbeiten dran.

n-tv.de vom 17. Januar – also heute:

“Der russische Ministerpräsident hatte zuvor seinen Vorschlag zur Bildung eines Konsortiums mit Beteiligung westlicher Konzerne erläutert, das das sogenannte “technische Gas” von Russland kaufen soll, dass zum Transport der eigentlichen Gaslieferungen nach Europa benötigt wird.”

Okay, seien wir konstruktiv – Eselsbrücke: Immer, wenn sich ein “das” mit “dieses”, “jenes” oder “welches” ersetzen lässt, dann ist es ein “das” mit nur einem “s”.
Zeile drüber alles okay, aber:

…kaufen soll, dass zum Transport… bäh!
…kaufen soll, welches zum Transport… ah ha!
…kaufen soll, das zum Transport… na also!

jaahaa, ich weiß, dass ich schon mal spannendere Beiträge hatte…

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