December 2008


Von wegen Blog – Writer’s Block! Also, es kommt vielleicht erschwerend hinzu, dass Weihnachten ist. Ich glaub, ich hab zum ersten Mal seit Jahren ausgepennt. Das Telefon hat mich gestern um 11:30! geweckt, Herrschaften – das schrammt doch schon an der Grenze zum Komatösen. Die wollten mit der Taschenlampe meine Pupillen checken. Wie auch immer. Jedenfalls, normalerweise erschreck ich ja immer den Hahn auf dem Mist mit einem strammen “Erster!” – aber ich glaub, diesmal hab ich echt sowas gemacht wie “ausgeruht, ausgespannt, losgelassen”. Hat man mir mehrheitlich geraten und davon reden ja auch alle zwischen den Jahren. Wann ist das eigentlich? Hab das nie verstanden. Egal.
Ich hab das Konzept jedenfalls durchgezogen und kann definitiv sagen: Hat was! Dazu Plätzchen in großen Dosen und tatsächlich mal ein tiefroter Wein ohne Reue. Von daher eigentlich alles ganz obersupidufte – wenn, ja, wenn es bloß nicht so oberscheiße für die Schreibe wär….
Richtig schreiben kann man nämlich am besten, wenn man übermüdet, hungrig und sauer ist. Und richtig schreiben tut man idealerweise auch gegen etwas, als Protest, als Trutz, als Widerwort. Aber äh – übermüdet, hungrig und sauer? Keine Spur! Alles satt und warm und chillig. Ich dickes Kind des Überflusses. Obendrein kommt man auch nimmer vor die Tür, so geil ist es daheim. Man kann sich nicht mal ne fleckige Bild im McDonald’s sichern oder beim Frisör die durchgespeichelte Bunte klauen, um sich mal fix abzudaten. Ich weiß überhaupt nimmer, was los ist da draußen! Keine Breaking-Branchen-News der heimischen Musikverlagsbetriebe, dass die Waldmeister Akkordzither jetzt auch in Eiche-Rustikal-Dekor zu haben ist, keine Info-Letter umtriebiger Musikalienvertriebe zu Hot-Deals und Mega-Workshop-Wochen, keine Werbebotschaften, keine Infos – woran soll ich mich orientieren? Nur Amazon erinnert sich rührend, dass ich mal ein Buch gekauft habe – “English as a Second F*ucking Language”, das selbst Steven King als ein “Great F*ucking Book!” bezeichnet hat, aber das nur am Rande – und meint, es wäre Zeit für noch ein Buch.
Aber außer denen – eher nix. Also schreib ich halt jetzt so mehr flächig rum und guck, was passiert. Wahrscheinlich passiert eh nix, weil man ja auch echt nimmer vor die Tür kommt und daheim ist es doch immer noch am schönsten. Und es muss ja auch nicht immer Tolstoj sein, sag ich jetzt mal so. Haha. Also, ich jetzt zum Beispiel, ich les ja gern oft so Sachen, wo’s eher so um nix geht, würd ich mal so sagen. Also mehr so das literarische Promi-Dinner.
Demnächst macht mich aber bestimmt wieder was hungrig und sauer. Zum Beispiel morgen. Da muss ich in der Früh schon einen lieben Familienangehörigen zur S-Bahn fahren. Bei der Kälte! Um die Uhrzeit! Nööh, oder!? Da komm ich bestimmt in Schwung. Dann die Bild im Mac und die Bunte bei der Fußpflege. Die Haare legen lass ich mir übermorgen, da kommt die Goldene Woche neu. Jedenfalls, Christfest war gestern, und haste nicht gesehen, schon bin ich wieder der Alte – übermüdet und sauer und – ne, wart, da sind ja noch Plätzchen…

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Denken nützt zwar, hilft aber nichts.

Ein weiteres deppert-zeitgeistiges Wortgewebe und doch passt es. Ich denke darüber nach, was ich bislang geschrieben habe in meinem Blog, und bin unzufrieden. Ich denke und komme vom Hundertsten aufs Tausendste, aber keinen Schritt weiter. “Scheiß Optionen” schrieb ich schon im letzten Jahrtausend (siehe auch http://www.a-team-academy.com und dort auf “Lesen”) und doch hat es nichts genützt. Alles so schön bunt hier! Ja, ich könnte ununterbrochen schreiben, aber fühle mich wie einer, der einkaufen geht und schließlich mit leeren Händen hungrig und genervt den Supermarkt wieder verlässt. Zuviel Angebot, zuviel Entscheidung, zuviel Stress. Jedenfalls – so gehts mir grad und ich werd trotzdem nicht aufhören zu denken – vielleicht hilfts ja doch…
I’ll keep you posted.

End of december – just finished writing a stack of letters. My yearly ritual – that I fear so much beginning with. Once I’m halfway in it though it becomes revealing, inspiring, it becomes – yes – rewarding. I realize who is around me, who has an impact on my life, whom I owe.
I understand who means something to me and also who well – meant something. This list is alive – people get on it, people get off it. I treasure a moment of thought for everyone that I write to. It is a personal thing. A special moment. I don’t even have music playing in the background.

And only in case of an emergency would I write a christmas-email, a.k.a. x-mas emails. You know – an email is not a bad thing per se. Its just that an email is a communication shortcut. Incredibly handy and I wouldn’t want to live without it. But even in case of an emergency would I refrain from writing unpersonalized generic x-mas bulkmails – hoovering on the edge of spam with all those regressive designs, wiggling Santa Clauses, shit-faced cross-eyed reindeers and animated snow going down over moronic rhymes sans reasons. Poems that any pre-schooler in its right mind would be embarrassed to recite. But hey – its an x-mas email – anything goes.

But read my keys: Not on my Mac.

Do I mean something to you?
Well, write me a f***** card!

Do I not?
Peace to you too!

Merry Christmas!

😉

daim, just wonderin’ what would happen if you saw that pic and your german was down…

okay, all you “what the f*** is wrong with him now” vistors from outer space: this last photo was not – I repeat not – meant to be serious! well, as far as I recall, that is… anyway, it was the 90s, okay? we were searching for a meaning. it was tough, right? just look at me…

metaldummie

Das Schlimme ist nicht das Foto. Das Schlimme ist… Okayokay, ja, es ist schlimm. Guuut, meinetwegen, es ist sehr schlimm. Nein, sicherdoch, aber…äh, ich will ja was…hallo…ich will ja was anderes! Das Foto ist deshalb so besonders schlimm, weil es nämlich ernst gemeint sein ….könnte. Konjunktiv, Herrschaften, okay?
Könnte so gewesen sein, oder eben auch nichtHey, hab ich etwa gesagt, dass das ein einfaches Thema wird heute? Hab ich das? Danke!

Also, wo waren wir? Genau – ich denke mir, wenn ich das Foto so ansehe heute: “Nö, sooo doof war ich doch nicht. Das ist doch eindeutig ein doof gestelltes Bild.” Andererseits – es waren die 90er. Was weiß ich? Vielleicht kam ich mir sogar gut vor dabei. Damals kam man sich bei einem Haufen Schwachsinn gut vor. Fast so übel wie die 80er. Spandex und Schulterpolster. Ich hab noch Fotos mit einer Fallschirmseidenhose mit gefühlten 117 Reißverschlüssen – so spack, dass nicht mal ne Busfahrkarte reinging. Dazu weiße Turnschuhe. Und das Sacko oversized in blaumetallic und hochgekrempelten Ärmeln. Miami Schice. Böse Zeit.

Aber egal – jedenfalls die 90er und das Foto. Gibt es eine Evolution, haben wir uns fortentwickelt, ist 2008 anders? Nökommanull. Weil, so wie die vorliegende Chefsemmel nebst Altmetall-Jacke sind Rocker immer solide scheiße drauf. Mal aufgefallen?  Rockbands stehen doch beim Foto immer entweder
a) in einer Kiesgrube oder
b) vor einer abrissfertigen Postindustrialisierungsruine, oder
c) drin
und gucken dabei übel drauf und böse drein. Schon lustig, oder?

Es wird auch nie bei Sonne fotografiert. Der Himmel muss voll so verhangen sein, weil Sonne = gutdrauf. Trotzdem hat jeder ‘ne Sonnenbrille. Sonnenbrille ist ganz wichtig, weil Sonnenbrille = Guckmichnichtanichbinscheißedrauf.
Eigentlich sollte ja alles besser werden. Die neue Ehrlichkeit, die 90er. Nirvana. Schluss mit Schauspiel und Zartbitterkouvertüre. Bloß, die waren ja mindestens so schei… Okay, aber wird klar, was gemeint ist, Herrschaften? Also gut, wenn Nirvana nicht gut drauf, dann wir auch nicht faul und erst recht übel drauf – sind ja Rocker und ein aufrechter Rocker ist einfach übel drauf. Das gehört zur Grundausstattung wie Kirchentonleitern. Heute nicht anders.

Übrigens, im Gegensatz zu der Laubsägearbeit an der Kopfplatte – den Gürtel von der Jeans, den sieht man nicht – aber huhu,WWF – ja, den haben sie der selben Python aus dem Leib geschneidert wie die Stiefel. Saupeinlich das. Heut möcht man mit sowas ja nicht tot über Ozzy’s Zaun hängen. Wie sprach ich’s weiland doch so treffend: Früher war doch nicht alles besser.