November 2008


Live-Sound-Desaster im Wandel der Zeit…

Früher: ich hab nichts gehört
Jetzt: ich hör nichts
Gestern: ich konnte mich nicht hören
Heute: ich kann mich nicht hören
Morgen: ich hör nichts und ich werd mich auch nicht hören

Die Lösung: Etwas ändern.

Vielleicht einen Gitarrenmonitor kaufen,
einen Kumpel beim Soundcheck bitten kritisch im Raum zu lauschen,
sich räumlich anders positionieren,
dem Soundmann eine Tüte Goldbären zustecken,
den Combo oder die Box schräg nach hinten kippen,
eine andere Box probieren,
oder die Effekte zurückfahren…

Bloß – arg mühsam das alles und furchtbar unkonventionell und manchmal auch teuer. Also bäh. Dann lieber weiterhin sinnlos Proben. Das ist supiheldenhaft und endskonsequent. Ja, proben macht Eindruck und ein gutes Gewissen. Zwar hat das Publikum nichts davon, aber wer ist schon das Publikum? Die sind doch nicht entscheidend, zumindest nicht mehr als die Kunden. Und um die schert sich doch auch keiner, oder? Wirklich?

Nochmal: Etwas ändern.

Was ist daran so schwierig? Hm, blöde Geschichte. Ich denke, dass “etwas ändern” schlicht und einfach unbequem ist – unbequemer als zu versagen und die gängige und weithin akzeptierte Entschuldigung parat zu haben: “Ich hab nichts gehört.” Bitte, ganz wichtig dabei: Nnnichts immer mit drei nnn artikulieren und dabei die Stirn runzeln, sonst zählt’s nicht.  “Nnnichts gehört” ist einfach ne geile Entschuldigung. Bring ich selbst gern, weil’s funktioniert. Eine tolle Entschuldigung, die richtig Sympathie erzeugt und Mitleid und Kollegentrost. Zwar geheuchelt, aber wurscht. Man ist jedenfalls ganz wunderbar eingebunden in einer Community von Frischgestürzten und Nichts-Änderern. Saugemütlich. Man will gar nicht mehr weg. Wozu auch? Ich will ja auch nicht mehr weg.
Ich will eigentlich gar nichts hören. 

 

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Ich weiß nicht, wie lange ich dieses “Gesetz der Wirtschaft” schon mit mir herumtrage. Wahrscheinlich hat es eh schon jeder Depp und seine Oma auf dem Rechner. Aber nun lese ich an anderer Stelle über Preise – wie man sich ganz pfiffig Geld sparen kann, wenn man alles selbst macht und wie sehr man anderen überlegen ist, wenn man weniger bezahlt hat als sie. Ich denke, das ist immer drin in uns und jede Krise bringt es einmal mehr nach vorn. Auch notwendigerweise. Es ist ja nicht grundsätzlich verkehrt – solange man die andere Seite im Auge behält: Sparen auf der einen Seite – Gefühle auf der anderen Seite.
Das entscheidende Gefühl im Zusammenhang mit Geld ist der Wert.

Sicher, ich könnte es selbst erledigen und in der täglichen Hektik bring ich es auch ganz passabel hin. Manchmal aber gebe ich meine Gitarre weg, um sie einstellen zu lassen – Bünde abrichten, Intonation nachstellen, frische Saiten und das Finish aufpolieren. Das hätte ich mir natürlich sparen können. Aber dann hätte ich neben dem Geld auch den Wert gespart. Und der kann, so wie ich es erlebe, deutlich größer sein als der Preis, den ich bezahle. Diesen Wert zu sparen kann wirtschaftliche Unvernunft sein. Warum?
1. Ich bin kein Fachmann, kein Experte, kein Spezialist, werde es also nie so gut machen wie jemand, dessen Profession es ist.
2. Ich bin glücklich, meine Gitarre “wie neu” zurück zu bekommen. Das gibt mir Energie, gibt mir Lust zu spielen, zu üben, zu komponieren. Das wiederum gibt mir Energie vorwärts zu gehen, meinen Mut zusammen zu nehmen, um Leute zu kontaktieren, Kraft zu sammeln, um blödes Zeugs in Zeitungen und Blogs zu schreiben, Neugierde zu entwickeln, um viel zu lesen und zu lernen. Das alles ist Lebensenergie. Alles ausgehend von einer aufpolierten Gitarre. Aber es könnte auch etwas anderes sein, irgendetwas ganz anderes, solange damit ein Gefühl verbunden ist. Denn es geht ja ganz allgemein um den gefühlten Wert, um den Mehrwert, den einzusparen ich mir immer öfter nicht mehr leisten kann.

So, und das “Gesetz der Wirtschaft”, das geht so:

“Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.
Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. Das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.
Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.”

John Ruskin (1819-1900)

Mann, ich Semmel. Hätte mich doch im Rahmen der letzten “Abilities”-Folge auch mal bedanken können. Wie komm ich jetzt drauf? Weil sich bei mir Leser bedankt haben – für meine Ideen (welche Ideen?) und die schräge Schreibe (welche Schreibe?) und dass es Spaß gemacht hat die 36 Monate (na, ich möcht ja nicht wissen, wo Ihr noch so Spaß habt, wenn das schon reicht…).
Ach übrigens, den Brief vom Thomas H. aus F., den lass ich einfach unter den Tisch fallen. Das mach ich so, damit ich besser dasteh. Der war nämlich nicht dankbar. Ich vermute, weil ich ihm gesagt hab wie man diese doofen Abilities-Seiten am Ende vom Heft am besten rausreißt. Er hats aber nicht gebacken gekriegt und das ganze Heft zerrissen. Dann hat ihm noch die Redaktion kein
Ersatzheft geschickt und das wars dann bei Thomas mit seinem gelungenen Leseabend. Aber, wie gesagt, da tun wir jetzt so, wie wenn nix gewesen wär. 
Gut, das war das.

Aber, okay Leserpost – prima, bloß – jetzt hab ich ein schlechtes Gewissen, vielen Dank. Ich find nämlich, ich hätt mich auch mal bedanken können, ich Semmel. Aber da war’n wir ja schon eingangs.

Also Frage: Bei wem?

Bei dem Jürgen Ehneß, dem Chefredaktör, dem netten endskompetenten! Einem Chefredaktör ist nichts zu schwör. Bin ich Zeuge, Herrschaften, weil er immer wusste, ob Komma oder nicht, wo ich noch nicht mal wusste ob jetzt Deutsch oder wie.

Und bei der Petra Schramböhmer, der Fotografin, der begnadeten endsgeduldigen, die all die geilen bunten Fotos geschossen hat. www.psfotodesign.de

Danke Jürgen!
Danke Petra!

Eure Semmel

So, jetzt gehts mir besser.

Mal was aus ner ganz unerwarteten Ecke: Country.
Zumindest dort tummelt er sich vorzugsweise: Brad Paisley.
Neues Album: Play. Damn, was fliegt die Kuh!

Ihm gebührt nicht nur pickdesasteraufrichtiger Respekt für diese grandiosen Sounds –
von supergeschmackvoller Zerre bis clean Tele-Shred,
von Honky-Tonk Schmalz bis Acoustic-Neckbreaker,
von Swing bis crispy Texas Boogie –
nein, ihm gebührt auch mein Dank für den besten Brüller seit Allan Holdsworth’s “5 to 10”: Die Intro von “Start a Band”. Wie Brad Paisley sich da einen abbricht mit “Stairway”, sich verspielt und wieder probiert und Keith Urban auch nicht besser und ihm schließlich noch das Pick in die Acoustic fällt.
Wer erinnert sich?


Ahrrghhh – dieses Geräusch war der Hohn der Götter. Rabenschwarzer Moment. Das Ding war da drin und man konnte es ab und zu sogar sehen durch das Bullauge. Dann bekam die Blamage erst richtig Fahrt: Man fing an zu Schütteln, zu Drehen, zu Rütteln, am Fenster, unter der Lampe, über dem Kopf. Und – adding injury to insult – schlug man sich die ver∫¥ç√πæ Pressspanfidel dabei noch vors Gesicht. Aber das kleine Miststück ergab sich natürlich nicht. Musste man halt wieder in die Stadt ein Pick kaufen. Man kaufte ja nie mehr als eins. Warum auch? Mehr als eins braucht doch eh keiner. Ich war schon immer ein ausgeschlafenes Kerlchen…

Jedenfalls, die Intro von “Start a Band”, der Klang wie das Pick da reinfällt – früher war doch nicht alles besser. Thanks, Brad! 

Sat with this friend of mine, Eric. He’s a guitar player, just like me. And he’s a business consultant, just like me. He works out of Florida. Just like me? Well, kind of not. Proof is right outside – its snowing and I don’t like it. Gets me thinking about what Napoleon said: “Germany is a country with six months of winter and six months of no summer.” Big ego – but what a bright mind.

Speaking of egos – we were trying to figure out differences between Germany and the US, particularily for the MI/music business.

We did come up with this:
Americans are capitalists –  so are the Germans.
Germans have an ego – so do Americans.

The difference is:
Americans put business first and ego second.
Germans don’t. They got it all twisted.

‘Round here, they would rather kill their business than have their egos chipped. Only to find out that a dead business chips an ego big time.

In times of global warming and economic cooling we’ll see lots of it. 

Think about it.

 

Es hatte länger gedauert. Vielleicht zu lange. Jetzt schien die Zeit bedeutungslos. Endloser Regen. Ich sah vom Rücksitz den Schatten seiner Schultern, die groben Hände am Lenkrad, kein Gesicht. Wir schwiegen im Takt der Scheibenwischer. Kleine Fäden tanzten seitlich am Fenster entlang nach unten wie Tränen in Casablanca und brachen die wenigen Lichter der namenlosen Dörfer in graues Scherbenglas. Es gab so viel zu denken. Aber mir war nicht danach. Wozu auch? Und doch schlichen meine Gedanken zurück. Ob es die Musik war, oder das Schreiben, oder vielleicht etwas anderes? Und wieder glitten leblose Dörfer vorbei, vorüber in die pechschwarze Nacht. Ich schlug den Mantelkragen höher. Der schwere Wagen stampfte durch die hügelige Landschaft, durch Laub, so nass und schwer wie Leder. Immer wieder fiel mein Kopf zur Seite. Immer wieder schreckte ich auf, hielt mich ein, rieb mir die Augen. Wachbleiben. Die Stunden rannen davon. Dann – wir wurden langsamer, hielten an. Ich sah ein schweres Tor, kunstvoll geschmiedet, kalt und weiß im Kegel der Scheinwerfer. Kein Schild, kein Name. Behäbig schwang es zur Seite. Wir fuhren an. Ich konnte hören wie die Reifen sich durch den nassen Kies der schmalen Auffahrt gruben. Dann wieder stop.

Ich öffnete den Schlag. Kaum ein Licht. Der Regen wurde schwächer. Wie spät war es? Ich senkte den Kopf. Vier Stufen, fünf, sechs – ich tastete den kalten porösen Stein ab bis ich den Knopf spürte. Ein Druck – die Glocke schrillte – ein Infernal der Störung. Die Antwort ließ warten. Endlich –

„Jaaa?“ forschte es aus dem Gitterblech.

Ich nahm all meinen Mut zusammen.

„ A-Team aus München“ meldete ich zaghaft.

“Weeer!?” peitschte es zurück.

“Mad Guitar Abi aus München” versuchte ich es erneut.

„Ach Du Scheiße, das kann doch nicht …“ Die Stimme versank im Schnarren des Türöffners. Vielleicht besser so. Ich sah zurück. Ohne einen Abschied verschwand der dunkle Wagen in der Nacht. Wasser troff von den Blättern und alles schien auf einmal zu laut – das Knarren des Koffergriffs, meine Schuhe auf dem vernarbten Steinboden. Ich schob die schwere Türe einen Spalt weit auf und trat ein. Tick Tick, hoch über mir meldete eine Neonröhre zögernd ihre Dienstbarkeit – als ob sie überlegte ob es sich denn lohnte, für den da unten, so spät, so mutlos.

Als das Licht dann zäh und fahrig den Raum ergriff stand vor mir eine seltsam vertraute Figur. „Neee, Abi, bist Du irre geworden? Um die Zeit zu klingeln! Wenn Schwester Ermenhild das mitkriegt, dann bist Du dran, mein Freund. Die haben hier Typen, da ist keiner unter einsneunzig.“

Wir gingen nach oben. Der Koffer schnitt mir in die Hand. Ich schwieg, atmete durch den Mund. „Lichtlöschen war um zehn, Cowboy. Nur damit Du weißt, für wen ich hier den Kopf hinhalte.“ Der Flur lag blass und endlos im Widerschein der grünen Fluchtwegleuchten. Tür an Tür – keine Namen. Es roch nach wenig Luft und alter Farbe. Wir blieben stehen. Er schloß eine Tür auf. Die Schlüssel klangen wie Schwerter vor der Schlacht. Er ging vor. Tick Tick über uns.

„Weiß nicht, ob Du hier bleiben wirst, aber für heute Nacht ist es okay. Hier sind die Kolumnisten, im Stock drüber die Musiker. Wir haben auch Lehrer und Berater und so Eierköppe. Bei dir wird das ja eh noch lustig. Aber vergiss es, hau Dich erst mal hin. Morgen sehn wir weiter.“ Er ging und schloss von draußen ab. Ich hörte seinen Schritten nach bis die Stille wiederkam. Schließlich sah ich mich um. Die Farbe der Wände, der Boden, die Möbel – alle Farben auf einmal, verblasst, beinahe grau. Gerade so wie mir zu Mute war. An der fernen Decke die Neonröhre, über dem Bett eine kleine Schirmlampe – “max. 40 W”, Hybris der Technik. Klick und da brannte sie kaum mit der Leuchtkraft einer Urinprobe.

Ich drehte mich auf der Stelle, einmal, zweimal, aber nichts wollte dem Auge Halt geben. Das Fenster ohne Vorhänge, ein schwarzer Schlund wie Edvard Munch. Das Tischchen am Bett hatte wohl als Bombenziel in einem Termitenhügel gedient. Die Wände speckig, verkritzelt mit Nachrichten der Altvorderen. Alles roch nach gestern und den namenlosen Jahren, nach vorbei und nicht vergessen können. Das Bett mit seinen aufgesprungenen Kanten. Der Spiegel über dem Waschbecken mit fünf Ecken. Franz Kafka schien im Raum zu lesen. Ich ließ mich auf dem kleinen Stuhl nieder, ganz vorn an der Kante, wie um mir zu versichern, dass dies nicht Sitzen ist und ich doch eigentlich nur vorübergehend und eigentlich längst schon wieder los sollte. Weg. Wohin auch immer. Aber ich wurde träge. Wieder blieb mein Blick am Spiegel hängen und ich fing an zu rechnen, ob all diese schäbigen Winkel doch 360 Grad ergeben würden. Hieß es nicht so in der Schule? In der Summe 360 Grad? Immer? Es sah aus wie 500 – oder noch mehr… Ich rieb mir das Gesicht, raffte mich noch einmal auf, zog meinen Koffer durchs Zimmer und ließ mich mich vorsichtig aufs Bett fallen um gleich jählings hochzuschrecken. Verflucht, das war keine Matratze, das war eine Hängematte, aus Spiralfedern! Ich schlug fast auf den Boden durch. Begleitet von diesem gotterbärmlichen Quietschen, wie ein Schrei. Oder kam er vom Fenster? Ob mich jemand hört? In meinen Ohren tobte es wie Meeresbrandung. Draußen kein Mucks, kein Mensch. Allmählich begann ich zu frieren. Ich fing an auszupacken. Viel war es nicht. Ein paar Zeitungen, ein Waschbeutel, der Schlafanzug. Wie lange es wohl sein würde diesmal? Länger? Anders als sonst? Müßig. Die Gedanken glitten weg. Ich rollte mich ein, zog die Decke über die Ohren und fiel in einen unruhigen Schlaf….

Immer wieder blitzten Bilder hoch – mal der schwarze Wagen, mal die dunklen Gänge, die Stockwerke. Seine Worte echoten nach. Ermenhild, einsneunzig Typen… Wo war ich? Akte X – der Film? War ich in einem Ufo mit Aliens, die mich entführen? Ich warf mich auf die andere Seite, die Decke nun fester aufs Ohr gedrückt. Wieder Bilder. Ein Sanatorium. Wien, die Straßen mit Gaslampen. Pferdekutschen. Ein Raum in trübem Licht. Die kleine Schirmlampe über mir. Dahinter verschwommen ein Gesicht, eine runde Brille mit schweren Gläsern über einem dichten weißen Bart. Ich schreckte auf. Das Quietschen der Matratze, wie ein Schrei. Hatte ich geschrieen? Mein Herz klopfte dumpf im Hals.

“Ich nehme an, Sie kennen mich.”

“Wie bitte?” Wer zum Teufel ist der, ich kenn doch sein Gesicht… Ich richtete meine Augen auf die Stimme.

“Freud, Sigmund Freud, ich vermute Sie kennen mein Wirken.”

Ich gab mich völlig ahnungslos.

“Ich kenne Ihre Kolumnen. Auffällig, ganz außerordentlich auffällig. Erzählen Sie ein wenig von sich, vielleicht ist Ihnen zu helfen.”

“Helfen? Na hören Sie mal, ich brauch nichts und wie komm ich überhaupt auf dieses Sofa?”

“Das ganzes Leben ist ein Sofa.”

Sehr witzig, aber wieso war diese Decke so kurz? Ich presste mir das Kissen aufs Ohr. Aber seine Stimme wollte nicht gehen.

“Erzählen Sie mir von Ihrer Kindheit. Warum Gitarre? Die Form, hat Sie die Form an Ihre Mutter erinnert?”

“Na, dir werd ich gleich die Form, aber sowas von…!”

“Wissen Sie, diese Form sagt uns etwas über Sie. Ihr Wunsch nach Geborgenheit, nach Schutz. Aber dann diese Stratocaster, da kommt doch Ihr Vater ins Spiel. Das macht Ihnen Angst, ja? Haben Sie Angst um Ihre Mutter? Wollen Sie das thematisieren?”

Ich war schweißgebadet. Der war doch komplett irre. Ich riss das Kissen vom Ohr.

“So, mein Herr.” Ich gab mir Mühe ruhig zu klingen. “Wissen Sie, was die Form Ihnen sagt? Wissen Sie, was die Ihnen sagt, mein Herr? Die sagt Ihnen: Eine Gitarre ist eine Gitarre ist eine Gitarre. Basta!”

“Ah, Sie sind offenkundig aufgebracht. Gut, immerhin, das ist ein Anfang. Ja, gehen Sie da mehr hinein. Geben Sie dem Raum. Ist da auch Wut auf Ihren Vater mit dieser Stratocaster?”

Ich hatte genug, das war ja nicht mehr auszuhalten – “SIE, Mein Herr, SIE sind ein arger Sexist und das erzähl ich IHRER Mutter!”

Ich richtete mich auf, schwang mich mit meiner Decke herum wie Julius Cäsar im Circus Maximus nach der Schlussfanfare und – fiel krachend aus dem Bett.

Mein Gott, wie herrlich, ich war daheim! Keine Spur von dem Irren, alles freundlich, alles friedlich, alles warm und wohlig. Bloß – Ihr habt ja Recht, ich mach’s auch wirklich nimmer. Ein für allemal: Kein Bebop vor dem Schlafengehen! Man träumt ja immer voll den Mist…

What’s up artists, colleagues, fellow players? Seems to me that when the tabloids get ahold of our heroes we shy away all too gladly. Oh well, I don’t know – isn’t he like  squeezin’ Jessica, datin’ Jennifer….?
Is it that we welcome all reasons NOT to admire, not to be inspired, not to be blown away? Is it too painful to be? God forbid – jealousy? What makes it so hard for us to just bow to a John Mayer – the  Player
? If you are genuinely serious about guitar, the playing, the sound, the power, the chill –  how could you POSSIBLY NOT go get the “Where  The Light Is – John Mayer live in Los Angeles” DVD? Damn right he’s young. Damn right he’s a  looker and a big mouth. Right so! And I don’t care whom he f***s, what  investment-grade watches he waves into the camera, what cars he drives and what Perez Hilton has to say about him. Okay, I’m weak – I do care, a tiny bit, he’s too funny. But I care a hell of a lot more about his licks and melodies, his guitars, his amps, his tunings, his lyrics. I care about the simple fact that he goes out and plays, that he writes, sings, performs. Guys, come on – quit reading about what he does. Give yourself a break. Listen to what he does. Lets be inspired!