Hey, soll mir keiner vorwerfen, ich würd mich ständig zu Wort melden, wenn gar nix los ist, oder? So Typen hab ich ja gehasst damals. Ständig die Flosse oben und wenn sie drankamen, dann haben sie so Mist verzapft, den eh jeder wusste. Nicht mit mir Herrschaften, ihr kennt mich!

Gut, jedenfalls, wir stimmen also dahingehend überein, dass, wenn ich mich melde, der Wahnsinn los ist!

2009, es war ein langer heißer Sommer und ich dann die Hymne im Methanolnebel – krieg immer noch Gänsehaut. Mann, was war ich gut. Die Meute wollte Sensationen, zigtausende, ach was Millionen! und ich mittendrin. Aber was soll ich sagen, ich hab das natürlich mit meiner Gitarre total im Griff gehabt. Wahnsinn.

Oder das, das war doch ein Riesending, oder? Neue CD! Fett die Bonustracks und endsneue Bilder. Kracher, würd ich mal sagen! Gut okay, 2009.

Aber kaum ein klitzekleines Jahr später schlag ich schon wieder zu – zack.
September 2010 – Die A-Team Music Academy legt wieder los!

Die Frisur sitzt – zack.
Neue Website – zack.
Anmeldungen sind wieder offen – zack.
Kursstart am 17. März 2011 – zack!

Das geht Schlag auf Schlag hier – ihr kennt mich.

Hehe

www.ateam-academy.de



Nein, es ist nicht leicht, nach so einer Pause wieder reinzukommen. “Schlechtes Gewissen” ringt mit “Wo soll ich anfangen?” und über allem schwebt ein “Morgen leg ich los mit dem Bloggen, gleich morgen..”. Gut, wenn man Freunde hat. Oder auch nicht. Warum? Weil sie alles durcheinander bringen. Speziell das “morgen”. Echt, ich hab solche. Und deswegen schreibe ich heute. Obwohl ich’s eigentlich eh gleich morgen machen wollte… Ehrenwort. Hört mir eigentlich jemand zu!?
Seit 29. Mai gabs nichts mehr von mir. Ich hatte mir damals vorgenommen, sobald alle Arbeiten eingetütet sind, sofort wieder loszufetzen. Alles rapportieren, Ergebnisse, Daten, Fakten, Bilder und Sounds. Leider krieg ich aber gar nimmer das Gefühl, etwas fertig eingetütet zu haben. Früher war nach jeder geleisteten Aufgabe, nach jedem Job, Gig, Auftrag eine Lücke. Da blickte man zurück mit Stolz und Muße und schöpfte neue Kraft. Heute ist das ein multi-layered Shitstorm. Während man dabei ist ein Ding abzuschließen, schon beginnt man das nächste und schiebt zwischenrein noch alles, was unvermeidlich dazwischen kommt und plant darüber gleich die weiteren Schritte. Auch, weil man Freunde hat. Solche, die immer eine Idee mehr haben, als man Luft in der Lunge hat. Uff. Wahnsinn.
Jedenfalls, ich hab unter anderem die “King Of Heart” endlich neu aufgelegt! Naaaa, wie bin ich? Die war ja ärgstens vergriffen, und ich wollte das schon seit Jahren gleich morgen abstellen. Ihr kennt mich. Dieses Konzept war auch tragfähig, bis eben wieder diese Freunde auftauchten. Oder war’s einer? Egal. Jedenfalls – jetzt ist sie fertig. Frisch gepresst und ready to rock.

Cover King_of_Heart

Okay, sie kommt erst im September, aber sie ist fertig. Neue Artwork, vier fette Bonustracks und überhaupt – seeehr geil!

KoH_Back

Vertrieb ist gerade in Verhandlung. Das war das.
Jetzt fett Pause? Schön wär’s…
Ich darf Material sammeln für ein Akustik-Projekt. Im Grunde mag ich ja den Ausdruck “Projekt”. Projekt – das ist etwas Unklares, etwas ewig Fließendes, kein Anfang, kein Ende. Da steh ich drauf. Aber hey, is ja gut, ich mach ja was. Ich recorde gerade mp3s, katalogisiere, komponiere, frickle und tüftle. Allmählich erreichen die Ideen aber das kritische Maß, wo man sagen könnte “Huhu, ich bin soweit, es kann losgehen”. Aber – pssst – dann wäre es ja kein Projekt mehr, dann wäre es ein Album und dann müsste man das – äh, gnnn – aufnehmen und fertig machen. Was ich wiederum tunlichst vermeide, weil es ja sonst kein, naaa? – genau, Projekt wäre. Versteht ihr? Ich muss das tunlichst vermeiden, sonst gibt’s wieder Deadlines und so. Dann kommen Projektbeschreibungen, Budgets, Zeitpläne, Teammeetings und lauter so Käse. Die Video-Sessions sitzen mir ja echt noch in den Knochen. Vorher, da war alles chillig, da war das ein Videoprojekt und da konnte man schwadronieren, was man demnächst so projektmäßig alles an den Start rollt. Und jetzt? Jetzt hab ich den Kram im Netz. Keine Vorfreude, keine Romantik. Doof das. Und trotzdem keine Pause. Wiederhole ich mich? Mönsch Herrschaften, ich bin doch Musiker. Geht das nicht etwas flufficher, etwas vager? Aber Pustekuchen. Ich hab nämlich so Freunde – hatte ich das schon erwähnt? – die hauchen mir dauernd die Schulter runter und gucken, wie weit ich bin. Ich komm mir echt fremdbestimmt vor. Ganz übel. Nackter Terror. Aber, okayokay, ich mach ja schon…
Was war noch?

Zwischendurch hatte ich mich in eine Aufgabe verstrickt, die eigentlich nach ‘nem netten Quickie aussah. “Deutsche Nationalhymne für die NitrOlympX in Hockenheim- bitte mit E-Gitarre und großem Bahnhof.” Großer Bahnhof – mein Stichwort, Ihr kennt mich. Und ne E-Gitarre hatte ich mir in kluger Voraussicht vor Jahren schon zugelegt. Dann konnte es ja losgehen. Als nächstes Partituren gewälzt. Das Originalwerk. Von Haydn. Nicht das von Franz Beckenbauer. Das mit den Karnevalströten auf Stoppelrasen. Ich kann’s ja gar nimmer…. Egal.
Allmählich gesellte sich zum “Ui, lustig, unsere Hymne” ein “Ja äh, verdammt, das Ding ist wunderschön”. Und wie macht man was schöner, das bereits wunderschön ist? Gar nicht – du Depp! Aber ich musste trotzdem, ich hatte ja zugesagt. Also zarte Bässe unter die Streicher. Den Flow mit Achteln aufgepeppt. Attacks leicht nach hinten verzogen. Bissi die Form verlängert. Kleines Ritardando. Dann was mit Streichertutti-Gong auf die Zwöf. Wird doch. Schlagzeug drüber. Ne, Mist, tut nicht. Schlagzeug wieder raus. Dann eben Schlagwerk rein, aber hallo. Bissi Timpanis. Geil. Dann noch ‘n bissi Timpanis. Dann fett Timpanis. Die Dinger machen Laune. Cool. Dann noch rrrrsssccchhh mit den Becken. Genau, hehe, wie der Wagner Richard. Der wusste, wie man ein fettes Brett fährt. Yep, so kriegt’s Druck. Hehe. Jetzt Gitarren. Was passt? Hendrix immer gut. Bei Hymne sowieso. Woodstock und so. Also Strat. Strat aber dünne heutzutage. Vielleicht wegen der Timpanis? Timpanis aber geil. Also Gitarre fetter. Langsam schraubt sichs rauf. Hehe. Ich mag das. Am Ende sah das dann so aus, dass an der Gitarre Pickups mit 24.000 Ohm und an der Box Mikros für 12.00 Euro hingen. Ungelogen. Wahnsinn. Ich hab’s aber nicht selbst geblecht. Wozu hat man Freunde? Hehe.
Jedenfalls hat das dann mein Sohn Vincent netterweise mit der Handycam verewigt.

http://www.youtube.com/abivonreininghaus

Vincent
Bissi Vorspann, Stimmungsaufbau und dann blieb leider der Zoom hängen bei der Handy-Klemm. Was mittelgut tut, weil ich bei der Krawallbeleuchtung aber echt sowas von steinalt rüberkomm. Ne fette Totale wär gnädiger gewesen. Aber es klang lecker und die Gitarre macht richtig auf Blinky-Bill. Schön. Warum das so abrupt endet? Weil die Hymne der Auftakt für den Schluss-Act des Abends war. Und der Schluss-Act bestand zum Warmmachen gleich mal aus zwei Top-Fuel Dragstern á  5.000 PS ohne geteilt umklappbare Rückbank.

IMG_0114Wuuuaah. Und die scheppern in nullkommaachzig Metern Abstand an meiner weiß-rot karierten Wirkensfläche vorbei. Also an mir – würd’ ich nicht die Hufe schwingen. Aber swingen kann ich wie’n Großer, ihr kennt mich. Erst recht, wenn ich weiß, dass die Dinger nicht nur in unter 5 Sekunden von 0 auf 500 beschleunigen, sondern dabei neben brennender Luft auch noch 152 dB in die Welt trompeten. Da verstimmt sich doch die beste Fidel. Und so gesehen, liebe Liebenden, so gesehen kann man sagen, dass das Video sogar noch richtig lang nach der letzten Note weiterlief. So sieht’s aus. Und nachdem die Fluchtbilder von Vincent und mir graduell verwackelt kamen, gibt’s im Abspann eben noch was Gechilltes vom Nachmittag aus dem Startgrid, als die Irren mal Pause machten. Trafen sich vermutlich auf ‘n Tässchen Nitromethanol. Schbässle, nix für ungut.
Hatte ich erwähnt, dass nach den den Top-Fuel Möhren noch Jet-Bikes und dann noch Jet-Dragster mit Raketenantrieb und Pffffffuuu und 22.000 PS… hatte ich? Nein? Okay, dann hab ich’s jetzt. Total irre, das. Zum Glück sind wir Männer. Die machen sich um den Sinn solchen Tuns keine Gedanken. Wir nehmen das einfach mit, finden es cool, aber sagen ok. Cool wäre grenzwertig aufgeregt, also uncool. Frauen würden fragen, warum die da so hektisch ins Abendrot prügeln? Ob man das nicht gesitteter und dass man ja kein vernünftiges Wort bei dem Krach wechseln kann… Aber, wie gesagt, wir sind Männer und wir fanden’s ok.

Männer

Mist, jetzt hab ich mich doch echt verquasselt. Ich such grad mal den Faden und meld mich wieder. Kann ‘n bissi dauern. Ihr kennt mich. Aber ich geb mir Mühe, dass die Lücke nimmer so lang wird. Das wär ja unmöglich – ‘n echter Blog-Buster.

So, das wurde auch Zeit. Und warum hat das so lange gedauert?
Ach, Schwamm drüber, wer will sowas schon lesen? Was zählt, sind die Gesichter. Die Grimassen, die ugly mugs, die man beim Spielen macht. Also ich hab mich schon gründlich erschrocken. Bei Fotos sagt man immer: Mei, des war halt so ein Moment. Beim Film merkt man erst, wie lang so Momente sein können. Grässlich. Im großen Buch der “Ugliest Faces of Painshaken Guitarplayers” wurde jedenfalls eine neue Seite aufgeschlagen. Was sag ich – ein neues Kapitel. Nachdem Carlos Santana mal meinte, dass man am Leiden des Gesichtes den guten Spieler, den leidenschaftlichen, den göttlichen erkennt – da wollt’ ich nicht nachstehen. Da hab ich gleich ne Schippe draufgelegt. Wer will sich schon unter Wert verkaufen? Aber ich glaub, wenn er die Videos gesehen hätte, dann hätte er so Sprüche tunlichst… Aber wurscht.

http://www.myspace.com/abivonreininghaus

http://www.youtube.com/abivonreininghaus?gl=DE&hl=de

Bei ‘Wishing Well’ hab ich versehentlich angegeben, der Capodaster wäre am 7. Bund. Flasch, äh kervehrt! Ich hab nochmal nachgerechnet und gemessen und aufgepasst wie ein Luchs: Das ist natürlich der 4. Bund. Mit dem Typen muss man echt vorsichtig sein. Der erzählt dir alles, wenn der Tag lang … Wie jetzt? Ach, das haben wir schon korrigiert? Und wieso sagt mir das keiner? Es ist so schwer, gutes Personal zu kriegen.

 Übrigens, da sind so Kameraschnitte, also da würde ich denken: Das hat der doch nie und nimmer so gespielt… Hat er aber. Deshalb auch die Gesichter. Weil das dann vielleicht schon Take 17 war, als es endlich flutschte. Die Blutflecken auf dem Griffbrett haben wir rausretuschiert. Ist heute ja kein Problem mehr. Und zum Sync Bild und Ton – da gibt es zwischen youtube und myspace beim Umrechnen und Hochladen auch wieder so unerwartete Glitches. Ich kenn mich da ja leider gar nicht aus. Sollen die Leute machen, die durchblicken, sag ich immer. Jedenfalls ist das jetzt alles endlich hochgeladen. Hoch? Wo sind die eigentlich, die Filme – sind die wirklich in deinen Röhren, bzw. auf meinen Plätzen? Sehr kryptisch, die Nummer. Oder? Man sagt ja immer, das ist jetzt oben, hochgeladen, upgeloadet. Im Himmel? Im Weltall? Bei den psssst   a  l  i  e  n  s  ?  Will nur kurz erinnern, Herrschaften, das alles zeigt klar nach oben, ins All, aus unserem Sonnensystem raus, weit raus. Ich krieg schon noch raus, wo die herkommen. Ich bin da dran. Ihr kennt mich. Ich meld mich. 

Ach so, bin ja noch gar nicht fertig.

Jedenfalls – hätt ich gewusst, was das für ein Zirkus wird – ich hätt’n lecker Foto gemacht “Ich mit Gitarre”, Gruß und Kuss Dein Julius, Marke drauf und raus. Früher ging’s doch auch.  Aber nein, heute muss es ja ein Video sein. Und das ging ja los – wir berichteten: Meetings und Licht und Maske und Garderobe, Plot, Storyboard, Ton, Regie.

Als ich zum ersten mal frohgemut mit meiner Gitarre auf das Set stiefelte, bin ich gleich mal hochkant rausgeflogen. Feiern können wir, wenn alles rum ist. Dann fiel ihnen aber doch noch ein, dass sie eigentlich mich filmen wollten – wie ich Gitarre spiele. So kann’s gehen. Jedenfalls, da bin ich, in bewegten Bildern und – wie ich hoffe – bewegenden Bildern. Ganz toll auch die Brillen. Mal ganz adventurously ohne, mal mit einer, wo man gut mit sieht und mal mit einer, wo man gut mit aussieht. Hat zumindest jemand aus dem Produktionsumfeld gegenüber der Presse durchsickern lassen. Macht Mut.

Hey, Und wir haben auch massig weggeworfen. Nicht, weil ich nicht gut gespielt hätte. Oh nein. Oder weil ich nicht gut ausgesehen hätte. Ach was. Oder weil es nicht mitreißend gewesen wäre. Der Gedanke allein. Oder weil ich auf “Uuund bitte!” falsch reinkam. Nie. Nein. Einfach nur so. Zack und weg. Spontan aus einer Laune heraus.

Auch dafür an dieser Stelle einen ehrlichen, einen großen, einen bewegten Dank an Wawa (Projektleitung und Ton), an Astrid (Regie, Kamera und Produktionsleitung) und an Andreas (2.Kamera, Fotografie, Schnitt und Nachbearbeitung)! Für die Vorbereitung, die Akribie, die Geduld und die Leidenschaft! Und auch danke an Birgit (Sound-Editing) und Stephanie (Extra-Fotos). Für das alles und dass es wenigstens noch 7 Clips geschafft haben, sich an ihren kritischen Augen vorbeizuschummeln. Also ich fand mich eigentlich immer toll. Aber wie’s halt so ist mit Minderheiten… Ohne diese verbliebenen Clips gäbs ja nix, gar nix. Höchstens, wie gesagt Postkarten. Aber das ist keine echte Option mehr. Unzeitgemäß, weil man die wegschickt. Kein Wort von hoch. Deshalb sind die auch ausgestorben, erledigt, discontinued, die Postkarten. Oder hat einer von euch noch ne 45er Briefmarke im Schrank? Na? Na, also. Die haben sich schon was gedacht dabei. Ich sag’s euch ja. Aufpassen, Herrschaften – und haltet die Augen offen. 

So, und jetzt mach ich mich an die Reissue von der King of Heart. Die ist ja sowas von ausverkauft und das geht ja gar nicht. Und weil ich von Wella gelernt habe, dass man mehr verkauft wenn man “33% more – free” draufschreibt, hab ich auch zu den 12 Originaltracks jetzt 4 Bonustracks drauf. Sehr geiles Zeugs, hab ich mir ausrichten lassen. Irres Material. Eine Nummer perliger als die andere. Lauter Raketen. Und erst die neue Artwork. Hammer. Aber ich will sachlich bleiben. Soll demnächst rauskommen. Wir bleiben dran und berichten.

Gestern hab ich lange mit Richard telefoniert. Wir sprachen über Kollegen, über bekannte und unbekannte Namen, über Menschen, Künstler und mit wem wir schon mal zu tun hatten. Ich bin immer superneugierig bei sowas. Neugierig herauszufinden, ob der Ruf, der manchem vorauseilt, auch angemessen ist und passt. Richard hatte über mehrere Monate mit Stevie Wonder zu tun gehabt. Stevie Wonder, hallo, Herrschaften, alles klar? Wahnsinn, genau meine Zielzone. Eine Legende, Celebrity, ein musikalisches Leitbild -  und da will ich doch gleich nachbohren:
“Und äh, Rich, los sag, wie ist der Stevie Wonder so, ich meine menschlich, charakterlich, so im Umgang, muss ich echt wissen jetzt.”

Und Richard enttäuschte nicht. ”Great person, wonderful human being, aside from the musical genius that he is. You should have seen him record. He arranges in the middle of recording. Out of the blue. Brilliant. Fabulous. A genius. And with his little baby, he was so gentle, so full of love and …” (“Großartige Persönlichkeit, wunderbarer Mensch, mal abgesehen von dem musikalischen Genie, das er ja ist. Du solltest ihn beim Aufnehmen sehen. Er arrangiert mitten in den Aufnahmen. Einfach so. Brilliant. Fabelhaft. Ein Genie. Und mit seinem kleinen Baby, da war er so zärtlich und liebevoll und…”) …und ich konnte ihn gar nicht mehr stoppen.

Ich wollte ihn auch gar nicht aufhalten. Ich war einfach nur erleichtert, erlöst. Ja, gute Nachrichten: Eine Ikone darf eine Ikone bleiben. Eine Legende hat ihren Platz zurecht. According to Richard. Und darum geht es ja. Er hat ihn so erlebt und ich freue mich wie ein Schnitzel, dass er es nicht nur so erlebt, sondern auch so wahrgenommen hat – und darüber so redet – ohne politisches Kalkül, ohne ein ‘Ja, aber…’.
Das erinnert mich auch gleich an ein schönes Gespräch mit Doug auf der Messe. Doug ist ein alter Freund, der auch schon ordentlich rumkam. Und Achtung, jetzt kommt’s – er hatte mal mit Carlos zu tun. Yep, mit meinem Carlos Santana, versteht ihr? Wir reden hier von Carlos, the MÄN – mein Stichwort. Ich zappelte wie ein Sextaner:  “Und, und? Komm schon!” Bei Carlos bin ich Riesenfan auf Lebenszeit. Und – wurde auf einmal ängstlich. Ich hatte noch nie Carlos getroffen, noch nicht mal jemanden gekannt, der ihn gut kannte UND auf dessen Urteil ich mich verlassen konnte (siehe unten). Das war der Moment der Wahrheit. Und verdammt, ja, ich will noch an was glauben dürfen. Ich will noch was gut finden dürfen, Fan sein dürfen. Ohne Reue, ohne Ernüchterung. Also, kommt jetzt Ernüchterung? War ich vielleicht bloß ein weiteres dämliches Opfer der PR-Maschinerie gewesen? Geschlagene 35 Jahre stabil eingeseift?

Ich musste es wissen: ”Und äh, sag, wie ist der Carlos Santana so, ich meine menschlich, charakterlich, so im Umgang, bin ja’n Megafan, muss ich echt wissen jetzt.” ”Well, he is incredible. Very kind, polite. Very spiritual. Authentic. He knows exactly what he is doing. Great guy…etc…etc…” (“Also, er ist unglaublich. Sehr freundlich, höflich. Sehr spirituell. Authentisch. Er weiß genau was er tut. Super Typ….) Uff, da fiel mir ein Stein vom Herzen.

Und im selben Moment erinnerte ich mich an einen Kollegen, vor ein paar Jahren, der hatte Carlos Santana im Hotel in Köln mal im Aufzug “getroffen”. Damals hielt es mich auch nicht auf dem Stuhl “Und äh, sag, wie ist der Carlos Santana so, ich meine menschlich, charakterlich, so im Umgang, bin ja’n Megafan, muss ich echt wissen jetzt “. ”Voll der Arsch. Der stand da voll so arrogant im Aufzug drin mit Sonnenbrille, hat mit keinem geredet und hat null gelächelt”. Das tat weh. 

Ähnlich wie kürzlich, als ich erfuhr, dass ein Bekannter von mir einen Fernsehjournalisten getroffen hatte, den ich als Zuschauer immer sympathisch und kompetent empfand. Auf meine zwangsläufige Nachfrage – ihr kennt mich – erhielt ich “Was ein Penner. Null Ahnung von nix. Macht bloß auf dicke Hose.” 

Zufall?

Zufall, dass die guten Beurteilungen zweimal aus England und die schlechten zweimal aus Deutschland kamen? Ganz ehrlich – ich weiß es nicht.
Nehme ich mir allerdings etwas Zeit, dann – njein, vielleicht nicht direkt Zufall. Aus dem Bauch heraus würde ich meinen, dass es tendenziell schon was zeigt. Dass bei “uns” schon eher das Negative und bei den Engländer, ebenso wie bei den Amerikanern, eher das Positive vorherrscht.
Aber ist das alles so sehr ein Vorurteil, dass man solche Zufälligkeiten auf gar keinen Fall wahrnehmen, geschweige denn berücksichtigen dürfte? Dass jeder Rückschluss darauf politisch gänzlich unkorrekt wäre?
Bedauerlicherweise: Der Begriff “Vorurteil”  hat den Begriff “Urteilsvermögen” schon fast aus dem Amt gedrängt. Sind diese Beobachtungen von Deutschland vs. England vielleicht nur verzerrte Erinnerungen? Täuschungen? Oder vielmehr etwas, das man immer wieder wahrnimmt, aber gelernt hat, pflichtschuldig und politisch korrekt aus dem Cache zu löschen, nach dem Motto “Lass mal gut sein, hilft ja nix.”?

Stimmt es, dass wir Deutschen eher “a bunch of miserable fucks” sind und die Engländer vielleicht im Gegenzug eher “good fun and great company”? Uiuiui. So kann man das natürlich nicht stehen lassen. Ok, nicht stehen lassen, aber eventuell mal zur Diskussion stellen. Vielleicht ist das ein Weg. Ich kann mich ja nicht gänzlich abkoppeln. Bin ich kein Wissenschaftler, kein Statistiker just in diesem Feld, dann ist alles ein Vorurteil, eine Meinung aus zweiter Hand. Aber wenn ich diese Wahrnehmungen nicht einkalkuliere in meine Weltsicht, dann begreife ich nicht, nach welcher Trommel meine Welt marschiert. Grüner Salat ist besser als gelber, rote Autos sind schneller als blaue, Deutsche haben keinen Humor, Amis keine Kultur, Engländer können nicht kochen…. Wahr oder unwahr? Bauchfrage.

Sicher ist jedenfalls, dass ich mich mit Vorurteilen auseinandersetzen muss, weil sie Warnhinweise sind auf eventuelle Häufungen, auf Tendenzen und Neigungen. Auch wenn es bedeuten könnte, dass wir gelegentlich miserable fucks sind. Wenn mir dieses Vorurteil stinkt, und das tut es gewaltig, dann muss ich aktiv werden. Denn Vorurteile sind das Resultat von Passivität. Und in der Passivität gedeihen sie prächtig. 

Sind wir Miesmuffel, Stänkerer, Schlechtmacher? Nichts rechtfertigt meinen Standpunkt – keine Erhebung, keine Statistik, keine Studie und keine Umfrage. Nur ich selbst. Ich und meine Wahrnehmung und mein Wunsch nach etwas guter Energie, freundlicher Nachrede, Wohlgesonnenheit und Toleranz.  

Und es fällt mir einfach auf, wie sehr mich eine gute Rückmeldung über ein Konzert, einen Film, einen Künstler, einen Promi freut. Ich fühle mich manchmal wie ein Verdurstender in der Wüste. Es kann doch nicht sein, dass wir tagtäglich Musik konsumieren, genießen, kaufen und weiterreichen und auf jede Rückfrage nur den kleinsten gemeinsamen, den niedrigsten Nenner zustande kriegen. 

Vorurteile sind das Resultat von Passivität. Und das gilt vor allem anderen für das Web. Für Foren. Für viele von unseren Foren, wo es ums Fan-Sein geht, um Begeisterung und Identifikation. Um Markenkult und Markenstolz, um Communities, denen man angehören möchte und um solche, die einem gar nicht behagen. 

Es geht darum, dass in Diskussionsforen miese Standpunkte und schlechter Stil viel zu selten für ihre Schlechtigkeit an sich angegriffen werden. Da wird allenfalls nach dem Moderator gerufen. Gleichzeitig suchen wir aber gerade dort so gern nach Inspiration und Ansporn, nach guter Energie und Ideen. Und wie sehr kann man gerade dann getroffen, dann runtergezogen werden. Lob wird wohl immer noch als Schwäche, als Anbiederung, als Hörigkeit und Unfähigkeit zur Kritik empfunden. Denkende Menschen müssen kritisch sein. Erwachsene erst recht! Ja, von mir aus. Aber fühlende Menschen brauchen was zum Leben. Die brauchen Begeisterung, ein wenig Fan-Sein, ein wenig aufgehen dürfen in der Begeisterung, gut drauf sein. Und darüber reden dürfen, ohne sich dabei zum Deppen zu stempeln. Dazu sind wir in Deutschland nicht immer befähigt. Mehr harmlose Begeisterung, weniger Fanatismus. Mehr Freude an etwas, ohne politische Agitation. Warum muss der Fan von Band A die Band B zwanghaft dissen, Scheiße finden, bekämpfen? Wer hat uns den Mist denn beigebracht? 

Okay, ich bin ein hoffnungsloser Optimist und ich bin nicht sicher, ob klar wird, was ich heute will. Mir hat grad das Bauchgefühl die Feder geführt. Und so gesehen, schaden kann’s ja nicht, oder?

Hey, und vielleicht ist ja doch was dran an so Vorurteilen mit den Amis und so. Ich hatte einen Kollegen mit seiner Frau aus Los Angeles zu Besuch und die Idee, das Kloster Andechs zu besuchen. Vor dem Bier. Nachher hätte ich ihnen auch den S-Bahn-Kiosk zeigen können. Jedenfalls wir stehen in der berühmten Klosterkirche aus dem Jahr 1420 mit dem überbordenden Rokoko aus dem Jahr 1751. Er fand es ‘nice’.
Sie sieht sich die Sache etwas genauer an und kommt zu dem Schluss:
“We have a church just like this in Arizona.” 
Ich denk drauf:
Honey, als die den Wigwam hier zusammengeschraubt haben, war dein Arizona noch ‘ne Scheibe.

Aber gesagt hab ich natürlich nichts. Ihr kennt mich.

Ja, erst mal Tach.
Gut, das wär das.
Dann folgendes: Kürzlich Mail von HK* -  trocken und ohne Zuckerguss. 
Ich zitiere: 
>>da will ich aber in der Nacht vom XXX auf XXX** einen epochemachenden Blogeintrag haben…. Bestandteile müssen sein:
   die Zahl “50″
   Mitte des Lebens
   Reflexion
   hohe E-Saite
   Werkstattbesuch
   genau in der Mitte
So – diese Phrasen MÜSSEN untergebracht werden.<<

So, aufgemerkt jetzt, Herrschaften, diesmal trag ich wirklich keine Schuld an der buckligen Themenauswahl – der Mist kam von außen.
Können wir so festhalten – ja?
Gut.
Weiter.
Also, ich soll schreiben, aber womit anfangen?
Vielleicht mit dem Anfang?

Die Zahl “50″, das ist mein neues Alter. Brutal? Bitchin’? Biblisch? Nein. Ich seh es mit Stolz. Jetzt kann ich endlich meckern wie ne echt alte Pfeife. Ihr kennt mich. 

Die Mitte des Lebens? Nee, oder? Will ich wirklich meinen Kindern, Enkeln, Betreuern ein nettes Familienfest zu meinem 100. Geburtstag verfurzen? Heute sag ich natürlich nein. Wer weiß, ob’s mit 100 nicht doch Riesenspaß macht…

Reflexionen zum 50sten sind scheiße, weil man nix sieht – dagegen gibt’s Sonnenbrillen. Zum 100sten – mal sehen, vielleicht reflektier ich dann was.

Hohe E-Saite? Hallo HK, was zum Teufel soll eine hohe E-Saite hier? Womit soll ich mich den noch befassen – ts, ts, ts. Ich bin Schriftsteller und nicht hohe E-Saite Spieler. Sonst würd ich nämlich grad die hohe E-Saite spielen und nicht Schriften stellen. 

Werkstattbesuch? Das wollte ich eigentlich schnell wieder vergessen. Weil – wieso macht meine Kiste grad an nem extrem fleißigen Donnerstag die Grätsche? Und wieso hat die Werkstatt grad an dem √€®∂åµµ†€~ Donnerstag ne ganz tolle Sommerreifenaktion. So toll, dass der Hof bis quer über die Straßenbahnschienen zugemüllt war. Hallo, ich hab ein Problem, nein ich will keine Sommerreifen, ich  h a b e  Sommerreifen und die sind sogar irgenwo bei euch begraben. Falls ihr die nicht auch gleich noch dieser schamlosen Meute da draußen ins Futter gerührt habt. Die sind ja so gierig, die sollten sich was schämen. Und lieber mal Platz machen für ein wahres Anliegen, eine echte Notlage. Ich bin nämlich Automobilist im besten Alter und immobil im Endstadium. Das ist ein Wahnsinn, das! Hört mir eigentlich jemand zu? Hallo, ist da jemand? Wahnsinn.

(Puh – wir haben’s gleich – einen noch, dann ist alles untergebracht…)
In Ermangelung ordentlicher Verwendung für dieses abschließende und nicht minder sinnentleerte “genau in die Mitte” würd ich am liebsten allen jetzt mal mit Anlauf “genau in…”.
Was ich aber natürlich nicht mache, ich alte Maulhure.
Bin ja in Wirklichkeit total devot in der Werkstatt rumgebuckelt.
Haobdsach des foine Wägle rennt wiedr, gell.
Alter macht milde.
Haben die alle ein Glück.
Ihr kennt mich.

(*Identität der Redaktion bekannt)
(**Daten der Redaktion bekannt)

Ja, ja, ja, Ostern – was soll ich denn stichhaltiges bloggen, wenn man dauernd mit Fressen vor der Nase rumgefuchtelt kriegt? Jetzt ebbt’s langsam ab, ich krieg wieder freie Sicht. Und zack, sitz ich auch schon wieder an der Tastatur – ihr kennt mich.

Aber so einfach abschließen lässt sich das auch wieder nicht. Grad eben zum Beispiel, da zieh ich noch ne Packung Schoko-Eier von Lindt & Sprüngli aus dem Altpapier. Ja, gehören die nicht in den Plastikmüll? Gelb-Grün, sympathisch, optimistisch und soll auch fast nicht dick machen – suggeriert jedenfalls das Polypropylurethanverpackungsgeschwür. Lecker. Geschmacksrichtung? Wo steht das – Moment, hab’s gleich, hier: Holunderblüte.  …. Häh? Holunderblüte? Haha, sehr witzig, los zeigt euch, ich weiß, dass ihr da seid! Versteckte Kamera, ganz alter Hut! Aber nee, keiner da. Ich les nochmal gaaanz laaangsam. Ja, verdammt, wortwörtlich: Holunderblüte. Haben wir das Zeugs nicht früher geraucht? Und sowas tun die jetzt echt in die Ostereier? Aliens, perverse! Schoko mit Schokogeschmack reicht wohl nimmer. Der Turmbau zu Babel, die letzten Tage von Pompeji. Schlimm das. Ich musst’s natürlich gleich probieren.

Boooa, Herrschaften, wie bäh ist das denn? Ganz bäh! Lieber rauchen. Aber hey, wozu gibt’s Marketing? Wer bäh kocht, muss mmh schreiben. Und wenn man die Textknoten auf der Tüte liest, also Hut ab, so wird’s gemacht. So ungefähr zumindest. Weil, die machen da auf ganz dicken Betäubungsmittelmissbrauch. Im Ernst – wie gut muss Sprache sein, dass sie solches still durchleidet? Ich zitiere:

Lindt & Sprüngli – Ostern im Elfental. Elfen sind zarte und zauberhafte Märchenwesen. Als Engel des Frühlings lieben sie den Glanz und den Duft der Blüten im Elfental. (So Scheiß hab ich immer in meinen Matheschulaufgaben geschrieben, wenn ich nicht mehr weiter wusste. Dann hab ich vom Schulrat sechs Wochen therapeutisches Paddeln in Neuseeland gekriegt. Da drunten gab’s Holunder bis zum Abwinken. Sehr geil da.) Mit Leidenschaft und Hingabe unterstützen sie die Blüten in ihrem Wachstum (das ist ein Code, ich spür das) und ihrer Entwicklung. Inspiriert von dem Zauber der Elfen haben die Maîtres Chocolatiers von Lindt (eher von der Venus) etwas ganz besonderes geeiert, tschuldigung kreiert: usw, usw, bla bla…”

Jedenfalls diese Holunderblüten in diesen Eiern, sowas tun doch nur Drogenkuriere, oder Aliens oder so. Aber was will man machen. Deshalb sag ich immer: Halb so wild – nichts, was 48 Stunden Bewusstlosigkeit nicht kurieren könnten.

Insgeheim mach ich mir aber schon Sorgen. Bald tun die Crack in die Eier. Und Geschmacksverstärker. Und Gen-Mais. Die Schokolade ist nur Ablenkung. Das ist wie in Akte-X. Sie bauen uns um. Ganz langsam. Keiner raucht mehr. Alle lutschen diese grünen Eier. Gibts auch in “Blütenhonig in Milch-Crème”. Dieser Zacken auf dem è, das ist ein Zeichen. Und dieser Gefechtskopf auf dem î von diesem Maîtres, so wie das Ding oben auf der Packung, wo diese geflügelte Kurierelfe grad diese Riesendrogenladung abliefert -

elfeneier2

genau hinsehen Herrschaften, das zeigt alles klar nach oben, ins All, aus unserem Sonnensystem raus, weit raus. Ich krieg schon noch raus, wo die herkommen.

Ich bin da dran. Ihr kennt mich.

Ich meld mich. 

Die Musikmesse ist zu Ende. Neues? Jein. Seit 1974 habe ich nur zwei verpasst, 84 und 91. Und wie es so ist bei Jubiläen, blicke auch ich zurück und staune. Fürwahr, wir klangen immer schlecht. Aber nie klangen wir schlechter als dieses Jahr!

Der US Prime Live-Act versank in apokalyptischem Soundbrei. 50 Meter um das Agora-Zelt war Verständigung mit Würde kaum möglich. Drinnen stank es nach Schalldruck. In den Hallen dienten – teils ungewollt komisch – großinszenierte, gut visualisierte Produktvorführungen als effektivstes Argument, just dieses Instrument, diese Technik nicht zu kaufen. State-of-the-Art, Cutting-Edge Verstärkerprodukte klangen im Kreuzfeuer des Mitbewerbs schlechter als vor 20 Jahren. Gitarren-Demos waren wie erwartet mosquitos in a coke can – nur lauter, viel zu viele und auf viel zu engem Raum. Wurde einstmals die 70 dB Oberlärmgrenze noch durch Kontrollen forciert, so glich sie diesmal dem Apell an die Selbstbescheidung der Manager. Ein Zeichen. Fragen? Auch ein hochkarätig besetzter, inhaltlich exzellenter und als Prestigetermin im Rahmenprogramm der Messe positionierter Vortrag über Konsumentenverhalten schrammte wegen Verständlichkeitsproblemen knapp an der Blamage vorbei. Wegen einer Selbstverständlichkeit der modernen Veranstaltungstechnik bzw. deren Abwesenheit: Funk-Ansteckmikrophone.

Krise? Nein, von der Krise war wenig zu spüren. Insgesamt schien die Stimmung gut. Gesprochen wurde zwar darüber, aber man teilte großzügig die Meinung, dass man sich doch erstaunlich gut dem Trend entziehen konnte. Bislang. Schulterklopfen. Eierkuchen.

Was bei mir die Neugier weckt. Und tatsächlich – was, wenn uns die Krise längst erreicht hat – viel früher schon? Und wir haben es einfach nicht bemerkt? Könnte es nicht sein, dass wir längst getroffen wurden, in einer Ecke, die wir völlig aus dem Blick verloren hatten? Im Bereich der Außenwirkung? Vielleicht, weil wir längst eisern sparen – dort, wo es nicht den nackten Zahlen dient? Hat das Regiment der Controller vielleicht schon längst die Schlüssel der Stadt? 

Okay, nein, jetzt ernsthaft. Wir sparen am Proof-of-Concept, am Kern der Sache: Wir sparen am Klang, am guten Klang, am Montagepunkt unserer Zunft. Warum? Weil man ihn nicht sieht. Denn dies war auffällig: Die Visuals auf den Ständen hatten sich gebessert. Broschüren, Poster, Licht und Deko – á la bonne heure! Weil man aber Geld nur einmal ausgeben kann – haha, altes Controller-Späßle, Herrschaften, köstlich nicht? – war nix mehr im Topf für gute alte Soundmaßnahmen. Außerdem sind gute alte Soundmaßnahmen personalintensiv und man spart halt so gern an den Menschen, den lästigen.
Konsequenz? Verantwortung? Markenführung? Brand-Image? Corporate-Identity? Nur das Nötigste. Nie mehr als das Arbeitsverhältnis rechtfertigt und immer, husch-husch, schnell-schnell, merkt ja keiner. Klang? Dergestalte Anliegen werden gerne in die mittleren Gehaltsstufen zurückverschoben, weil man sich hier oben, bitte, beim besten Willen nicht auch noch mit solchen Frauenthemen beschäftigen kann.

Dekoratives Handeln. Schlimmer noch: Rituell-dekoratives Handeln. Werbung wird nicht mehr am Resultat gemessen, sondern am Budget, Maßnahmen nicht mehr an ihrer Wirkung, sondern am Aufwand. CC – Corporate Crap! Und so entfernen sich Händler, Musiker, Hersteller, Aussteller, Künstler, Macher und Organisatoren immer weiter voneinander vor den Augen der verdutzten Endverbraucher. Kann man Musik eigentlich verbrauchen? Na, auch egal.
Meine Beobachtung: Je weniger die Technik eingesetzt wurde, die alles erst so schön hörbar machen will – Verstärkung und dessen Processing – umso besser wurde es. Joey DeFrancesco live an einem kleinen italienischen Orgelstand in Hall 5.0. Fette Echt-Drums in der 3.0. Ein homöopathisch verstärktes Bluegrass-Trio in Halle 3.1. Akustisches Klavier in 3.0. Eine Sängerin mit Kleinst-PA in der 8.0. Slap-Bass fresh from the amp itself. Priceless! Alles in Maßen. Alles mit Verstand. Wunderbar!

Aber das waren die Ausnahmen. So auch das gestochen klare Klangbild, gleich dem fernen Echo einer vergessener Welt – das “Radio Mobile”. Die Zwangsbeträllerung, wann immer man sich aufmachte, Kraft seiner Standbeine, über das Förderband gleitend, fremde Hallenwelten zu erobern, auf der Suche nach den den äußeren Grenzen des Seins.

Aber mitnichten – ich bin ich ein Gestriger! Ich bin auch kein Leisetreter. Meine Gitarrenboxen haben ihre Rollen nicht zur Deko. Ich mag’s nur leise, wenn’s laut nicht klingt. Und a g’scheite Kick-Drum muss immer die Wurst vom Teller schieben.
Dennoch bezweifle ich vehement, dass wir noch in Kontakt stehen mit der alles entscheidenden Frage, mit der wir antraten, als Branche, als Kunstverein, als Industrie: 

Was will der Mensch, wenn er Musik meint?

Nein, soviel steht fest: Besser wurde es nicht in Frankfurt. Größer – ja. Bunter – sicher. Vielfältiger – fraglos. Aber eben auch lauter, dummdreist lauter. 
Seien wir deshalb ehrlich: Frankfurt 2009 – wir haben gezeigt, zu welchem Schalldruck wir fähig sind, zu welchen Dröhnfrequenzen, Auslöschungen, Phasenverschiebungen und Plärrhöhen. Hätten wir beabsichtigt dies zu zeigen, als wir antraten vom 1. bis zum 4. April, dann ließe sich sekundieren  “Jawohl, das ist geglückt.”
Haben wir aber nicht.
Weil es nämlich etwas ganz anderes ist, das der Name “Musikmesse” so unschuldig in unsere Hände legt.

Oh gewiss, es gibt viele gute Gegenbeispiele und natürlich übertreibe ich – und dennoch: Es wurde viel Werbung für unsere Begleiterscheinungen, für unsere Abfallprodukte und Nebenwirkungen gemacht: Lärm, Krach und Ohrenpfeifen. Deshalb formuliere ich es mal vorsichtig so: Vom 10. bis 14. Oktober ist wieder die Anuga in Köln, die nach eigenen Worten wichtigste Food & Beverage Messe der Welt. Und die – da bin ich mir sicher – wird im Gegensatz zur Musikmesse peinlich genau darauf achten, dass man nur den Genuss und nicht den “Fallout” von Food & Beverage zu schmecken und zu riechen kriegt.

 

 

 

 

Und? Habt ihr’s geguckt? Grad eben, Prime-Time? Jetzt sagt schon – Wahnsinn, nich? Diese Julia ist doch ein Triebwerk! Und der Richard, der Schlingel, keinen Deut besser. Da ist für jeden was dabei. Gebt’s zu – ihr habt’s geguckt, verzaubert mit einem Tränchen der Rührung im Augenwinkel? Ja? Schööön. Ich nicht. Ich hab nämlich derweil auf YouTube George Benson Videos gecheckt. Nicht, dass das aktueller gewesen wär. Aber ich wollt euch reinlaufen lassen – in die Sat1-Werbefalle. Ich hab den Streifen nämlich auf DVD. Okay, meine Tochter hat ihn. Aber hätt die ihn nicht, dann hätt ich ihn. Also den Streifen, nicht George. Aber ihr müsst doch zugeben, dass das mal echte Abwechslung war, oder? Gefüüüühl. Pur. Kein lauer Wiederaufguss von etwas, das es schon 100 mal gab – das war The Real Deal. Schmalz as Schmalz can. Da hat nicht wieder eine drittklassige Laienspielgruppe versucht zu singen wie Sinatra und zu tanzen wie Timberlake und wir applaudieren artig der Hybris, kondolieren der Chuzpe. Ich beobachte diese allzu bereitwillige Hingabe an das Mittelmaß schon länger mit Sorge. Den Bohlen hab ich ja noch in Schutz genommen. Hat keiner verstanden. Aber das liegt in der Tradition meiner Schreibe. Dafür isses kostenlos. Jedenfalls – wir morphen allmählich zu einem wahrlich genügsamen Völkchen, das zufrieden ist, wenn etwas beinahe schon so ein bisschen danach klingt, wie wenn es aus Amerika käme. Um im gleichen Atemzug zu beteuern, wie doof die da drüben sind und wie degeneriert und abgeschmackt. Dann aber das:
http://www.youtube.com/watch?v=aiQEq989xhg&NR=1 
Jajaja, steinalt, Bildspur schlecht, Tonspur mau und gestimmt ist die Fidel auch nicht. Aber wartet mal bis zum Solo ab 1:40. Gnaaadenlos. Das Brett! Wenn’s ums Performen geht, dann hilft leider nichts. Die Brüder da drüben sind im Schnitt gleich DERART besser, dass wir gern aussehen wie eine abgebrochene Simulation. Ich zumindest. Hab gestern ein paar Live-Clips durchgesehen – von mir. Dumme Idee, das. I was not amused. Eigentlich war ich sogar stinkef****ngsauer! Bin’s immer noch. Das muss leichter kommen, mehr von innen, mehr unmittelbar. Nicht so stopselig, auswendiggelernt – verdammt nochmal! Kann doch nicht so schwer sein. Oder vielleicht doch… Vielleicht ist es auch zu mühsam. Passt scho’ – checkt doch eh keiner. Von wegen! Natürlich checkt das jemand. Möglicherweise nicht die Leute, an denen man sich bislang so bequem orientiert hat. Vielleicht muss man sich neu orientieren, nach oben, wo die Luft dünner wird. An Leuten, die sowas checken. Die unterscheiden können zwischen okay und gut und zwischen gut und geil und überirdisch. Alles eine Frage des Umfelds. Wer nur für die Oma singt, der braucht sich nicht wundern. Die liebt alles, was sich Mühe gibt und ein Schätzlein ist. Man muss dahin, wo’s wehtut. In die Welt. Auf die Bühne. Einfach machen – und Prügel kassieren. Besser werden. Hinfallen, aufstehen, hungrig bleiben. Herrschaften, ich weiß auch nicht, wie ich’s sagen soll – ist nur so ein Gefühl. Wie bei Julia und Richard. Ein starkes Gefühl, ein mutiges, eines, das mich vorwärts schiebt. Ich will noch nicht zufrieden sein mit Wetten Dass am Samstag. Noch nicht. Gibt es ein Leben vor dem Tod? Nicht laut ZDF.

Los, lasst uns was machen. Was echtes, starkes, eigenes – mit Gefühl.

Erinnert ihr euch an “Ja, aber…” – diese Gardinenpredigt von letzter Woche? “Martin & Joe”? Wie wir als teutsche Emo-Asketen immer so erfolgreich jede Form von Aufbruch und Vorwärts abwehren? Stark, oder? Könnten sich andere echt ‘ne Scheibe von abschneiden! Könnten, wollen sie aber gar nicht! Warum? Weil wir die Oberklemmis sind. Weil sich keiner zwischen Alpsee und Amrum, zwischen Lörrach und Görlitz mehr traut, Mut zu zeigen, Mut zum Gefühl. Neeiin, wie uuunangenehm. Nicht nur Männer. Auch Frauen tun sich das nimmer an. Alles Schwäche – und Schwäche ist Angriffsfläche.

Heut sprech ich aber mit Helmut und was es eigentlich braucht, um sich mal wieder zu spüren, um mit sich Kontakt aufzunehmen im Hagel der medialen Zuwendungen. Wir sind ja Kreative, Schaffende, gewissermaßen Leithammel, an die man sich leichtfertig anhängt. For better or for worse. Nicht, dass ich schlauer wär – Betonung auf Hammel – ich hab nur als Erster das Wort ergriffen. Ich hatte die Idee: Zieh die Schuhe aus und stell Dich mal draußen auf die Wiese. Gut, es hatte etwa 5 Grad und sowas tutet man eigentlich nicht als Freund, aber mir war es trotzdem ernst. Mal wieder was spüren. Sich. Uns. Wir machen doch nur noch Ablage. Arbeiten ab. Erledigen. Anderes. Und uns.

Dabei sind wir aber kreativ. Sprühen förmlich. Verblüffen. Stoßen an. Erneuern und Erfrischen. Alles und alle, außer uns selbst. Wie soll man aber die Batterien wieder voll kriegen? Oder den Tank? Oder Mut fassen? Inspiration finden? Zu Konzerten gehen wir doch nur noch zum Ningeln. Und um dagewesen zu sein. Fernsehen ist für die Blöden. Vernissagen für einsame Frauen auf der Suche nach dem Feuilleton. Spazierengehen? Wie spießig ist das denn? Family-Dinner? Däääd, Du neeervst!

War früher alles besser? Hmmm – also gewissermaßen, in diesem Themenkreis, sozusagen, wenn man die Brisanz der Sachlage und vor dem Hintergrund der… also… Okay – JA! Zumindest einiges war besser. Wir konnten Kitsch noch Kitsch sein lassen. Gefühl noch Gefühl. Wir konnten uns von Überwältigendem noch überwältigen lassen und waren von Rührendem noch gerührt. Heute sind wir Klonkrieger, die nimmer schlafen, essen, denken und fühlen. Erst recht nicht zweifeln. Das sieht ja gar nicht aus, wenn man zweifelt. Gar am End noch drüber redet. Stööhn! Heut ist alles grad nach vorn. Volles Brett. Über Witze lacht man, egal ob sie witzig sind, man ist ja kein Spielverderber und das letzte kollektive Hochgefühl ist die schlechte Nachrede, wenn der Kollege den Raum verlässt. 

Blöd nur, dass ich grad in die Fernsehzeitung schiele. Herrschaften, ich trau ‘s mich kaum zu sagen. Dabei möchte ich. Was mach ich jetzt?  

Also, aufgemerkt: Früher gab es Märchen, um den Menschen etwas näher zu bringen, etwas aufzuzeigen. Das waren ganz unglaubliche Geschichten von Gut und Böse und schönen und hässlichen Gestalten, Licht und Finsternis. Gleichnisse. Das war quasi der Hackentrick, mit der man die rationale Abwehr des Homo-Eklektus ausdribbelte. Man behauptete, es seien Märchen – für Kinder. Aber irgendwer musste die Schoten ja abends vorlesen. Also haben auch die Großen, die Erwachsenen die Geschichten gelesen und gehört – und kamen ins Nachdenken…oder waren einfach mal nur mal froh und abgelenkt. 

Und deshalb die Fernsehzeitung… Bloß, puhhh, ich weiß nicht, ob ich das wirklich sagen soll… Es ist ja sooo peeeiiinlich….
Nee, vielleicht machen wir es ganz anders. Ja, ich glaub jetzt hab ich’s. Wir machen eine Mutprobe draus!  Wir machen ein Mutprobe, die sagt: Wir gucken einen Film. Einen Spielfilm. Im Fernsehen! Und den ganzen Film über wird nicht gezappt. Es wird nicht mit teutscher Akribie der Wahrheitsgehalt überprüft, nicht die Wahrscheinlichkeit diskutiert und nicht über Frisuren und Drehbuchschwächen gelästert. In der Pinkelpause wird gepinkelt und Chips gefasst und Limo. Und nicht geredet. Gar nix. Und wenn die Werbung rum ist – und die werden Werbung machen wie die Deppen – dann aber wieder husch husch ab vor’s Gerät. Bis das Märchen rum ist. So machen wir das. Richtig old fashioned Fernsehabend – Märchenstunde.

Morgen Abend, Montag 23. März, Sat1, 20:15 “Pretty Woman”. Nö, jetzt hört schon auf zu nöhlen! Es ist doch nur ein Experiment. Rein wissenschaftlich. Ich find so Filme ja auch eher peinlich. Ehrenwort, Herrschaften. Völlig unrealistisch. Unerträglich. Weiß gar nicht, wer so’nen Quatsch überhaupt ansieht. Wir wollen ja bloß gucken, ob man was spürt. Also rein gefühlslabormäßig. Und vielleicht hilfts ja ganz nebenbei. So gegen alles. Alltag. Und Gefühlsarmut. Und blöd Starksein. Okay?

Wir sehen uns. 

 

 

 

 

Stimmt. Warum erzähl ich nicht mal was? Retten kann ich immer noch, die Welt und alles und so. Ihr kennt mich. Aber erzählen – das ist schwer. Weil – worüber will man denn erzählen? Das langweilt doch alles. Erzählt doch eh jede Sau aus allen Rohren, ungefragt. Vordringlich, was tags zuvor im Fernsehen lief. Das hass ich ja. Und jetzt ich? Nee, oder?

Also gut, weil ihr’s seid, ich probier’s.

Es begab sich zu der Zeit, da die Tochter des Königs… Nee, Quatsch beiseite. Es war Dezember. Und eigentlich doch nicht. Weil die Idee war schon viel älter. Wawa hatte die.  Abi – meinte er – Abi, mach doch auch mal so ‘n “Hey, ich hab auch nen Übungskeller und kann da ganz dolle rumhibbeln und mit Gitarren angeben”-Video und stell das auf YouTube und MySpace und überhaupt. Das war so Oktober.

Ich dann: Janöklarej, coole Idee, müss ma echt ma irgendwie so in die Richtung was checken.
Dann Wawa: Okay, ich besorg die Leute.
Dann ich: Hoh, hoh, Homer, hold your horses!
Dann er: Lehn Dich zurück, Alter.

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BU: Ruhe vor dem Sturm

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BU: hier zählt nur das Hemd.

Und dann ging’s schon los! Zack, hat der echt die Leute besorgt. Damit waren es Wawa, Astrid und Andreas. Also insgesamt drei. Klare Überzahl. Da war ich nur noch Passagier. Das hass ich ja. Aber, was sollte ich machen?

Weiter ging’s Schlag auf Schlag. Zack – Email mit PDF von Astrid: “Exposé”, dann “Treatment” und schließlich “Planung/Kontaktdaten”. Bist du blöde – zieh’n wir in den Krieg? Was geht’n ab!? Zack die Dritte -  Terminkalender: Wann ich Zeit hätte, wegen On-Site Termin Vorbesprechung und dann Setup und Licht und dann einen oder zwei Tage Shooting?  Dezember wär klasse. Ob ich ‘n Storyboard hätte? Freunde aufgemerkt, ich spiel Gitarre – das nennt sich Fretboard. Aber wurscht, ich soll mir keine Sorgen machen – die machen das schon. Hä? Hab ich mir jemals Sorgen gemacht? Die machen sich Sorgen. Ich bin Musiker – ich mach mir keine Sorgen. Sorgen sind scheiße für den Groove. Und Groove ist das Geheimnis. Weil Groove, Herrschaften, Groove separates the Men from the Boys.  Hört mir eigentlich jemand zu…?

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BU: der große Blonde, da in der Mitte, der ist grad voll am grooven

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BU: Astrid (sitzt), Wawa (Kopfhörer) und Andreas (steht)

Aber es kam noch dicker, echt jetzt – will ja nicht vorlaut sein, aber so kann man mit mir doch nicht reden. Nochmal: Ich bin Musiker! Ich verkrafte keine Ansage außerhalb des Konjunktivs. Meine Welt ist leicht gewellt, pastellfarben und hochauflösend verschwommen. Ich kann nicht auf ja/nein, schwarz/weiß, on/off, mach ich/mach ich nicht. Ich brauch Infos mit Soft-Touch, mit Teddy-Plüsch, mehr so hautsympathisch und ob’s vielleicht grundsätzlich irgendwie cool wäre, wenn irgendjemand vielleicht irgendwann mal checken würde, ob so videomäßig was planungstechnisch abgehen könnte. Aber kein Stress. 

Genau, so läuft das bei uns! Ja? Und dann lässt man wieder Gras über das Ganze wachsen, weil alles andere stresst bloß. 

Aber, zack war’s Dezember und ich mittendrin. Ihr seht’s ja auf den Bildern. Da gab es dann das angedrohte Pre-Prod-Meeting und ich sollte mir mal Gedanken machen, welche Nummern ich da abträllern könnte und Track-List und welche Gitarren mit welchem Amp und wie ich aussehen möchte. Na groß, blond und blauäugig – Ihr kennt mich. Nope, Animationen würden sie nicht machen, aber da könnten sie die richtigen Leute für besorgen. Und das haben die dann auch direkt aufgeschrieben. Hey, war nur’n Witz. Hä hä, ja? Nee? Man muss aufpassen wie’n Schießhund bei solchen Leuten. Die machen nämlich, was sie sagen. Ganz anders als bei uns. 

Jedenfalls musste ich dann meine gesamten Kasperleklamotten auffahren – Kleiderprobe, wegen der Farben und dem Licht und so. Bin ich Claudia Schiffer – spinnt ihr?! Das einzige Kleidungsstück, das mich gelegentlich mal beschäftigen könnte, das ist Kurt, der Gurt. Stimmt die Länge und passt das Muster zur Gitarre? Basta. Alles andere ist bloß Ablenkung vom Thema. Echte Musiker sehen nicht aus, die klingen. Aber wie gesagt – Überzahl.

Ich also fein ein Hemd nach dem anderen an – aus, an – aus. Hmm, das ist vielleicht zu rot und das kommt zu hemdig und nö, das ist ein bissi düster, aber mit der anderen Gitarre könnt’s gehen. Und mit dem da, nee, da siehst du ein wenig farblos aus. Freunde, vielleicht ist das, weil wir seit drei Tagen nimmer beim Kentucky Fried Chicken waren…? Da spielt mein Teint immer etwas ins Fahle. Ich könnt ja stundenlang so weiterschreiben. Aber wer will das schon? Jedenfalls, das war die Pre-Production. Wie’s weiterging beim Shooting, da meld ich mich dann vielleicht nochmal so irgendwie blogmäßig und so.

Fürs erste: http://www.myspace.com/abivonreininghaus*

Sehr witzig, danke. Übrigens, ich hab auch nen Blog – oder wisst Ihr das auch schon? 

 

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BU: Da sitz ich nur so tuntenmäßig, weil ich ein Stimmgerät auf den Knien habe, hört ihr?

 

 

* nein, ganz recht, sehr gut beobachtet – diese Videos sind noch nicht auf my space und you tube – aber wir arbeiten dran.

 

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